„Ich hatte einen Traum“

11.02.2015 • 19:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Husky Toni mit einem seiner 17 Huskys. Er will mit seinen Hunden krebskranken Kindern Freude schenken.  VN/Paulitsch
Husky Toni mit einem seiner 17 Huskys. Er will mit seinen Hunden krebskranken Kindern Freude schenken. VN/Paulitsch

Anton Kuttner gründete einen Verein. Er will krebskranken Kindern Freude schenken.        

Bludesch. (VN-kum) Anton Kuttner und seiner Familie geht es gut. Deshalb möchte er „dem Leben etwas zurückgeben“. Zusammen mit seiner Frau Verena gründete er vor wenigen Wochen den Verein „Husky Toni’s Kindertraum“. Kuttner, der 17 Huskys besitzt und seit Jahren Hundeschlittenfahrten anbietet, will krebskranken Kindern helfen und mit seinen Tieren etwas Freude in ihr Leben bringen. „Mit einer Spende ermöglichen Sie vielen vom Schicksal gerüttelten Kindern und Jugendlichen unvergessliche Erlebnisse mit unseren Huskys“, verspricht der engagierte Schlittenhundeführer.

Der Bludescher setzte sich schon in der Vergangenheit für kranke Kinder ein und ermöglichte ihnen Hundeschlittenfahrten. Aber der Vater dreier Töchter hofft, dass er mit dem neuen Verein jetzt noch effektiver helfen kann. „Ich kann nun schneller auf Anfragen reagieren.“ Neu ist auch, dass er betroffene Familien für eine Woche nach Schweden einladen will. „Dort habe ich im Wald eine Hütte.“     

Herzenswunsch erfüllte sich

Mit der Gründung des Vereins geht für ihn ein Herzenswunsch in Erfüllung. Sein Engagement für krebskranke Kinder hat tiefere Gründe. Es erklärt sich aus seiner Kindheit. Als er sieben Jahre alt war, erkrankte er lebensbedrohlich: Leukämie. „Man sagte mir, dass ich sterben kann. Ich habe dann fest gebetet.“ Mehr als ein Jahr verbrachte der Bub in Krankenhäusern: Bludenz, Innsbruck, München. Seine Schwester spendete ihm Knochenmark. „Die Knochenmarktransplantation rettete mir das Leben.“

Seine Mutter versuchte ihn im Spital aufzumuntern, unter anderem mit einem Buch über Hunde. „Sie wusste, dass ich mir einen Hund wünschte.“ In diesem Buch sah der kleine Toni zum ersten Mal in seinem Leben einen Husky. Seine blauen Augen und sein schwarz-weißes Fell faszinierten den Buben. „Für mich strahlte der Hund viel Freiheit aus. Das stand im Gegensatz zu mir. Denn ich fühlte mich im Krankenhaus eingesperrt.“ Ab da wünschte sich Toni einen Schlittenhund. „Meine Mutter sagte, dass ich ihn bekommen würde, wenn ich gesund werde.“ Toni genas. „Aber ich bekam keinen Hund. Meine Mutter, eine Alleinerzieherin, vertröstete mich auf später.“

Erst im Erwachsenenalter konnte sich Toni seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen. 1995 kaufte er sich seinen ersten Husky. „Mit Saskia bin ich jeden Morgen um fünf Uhr in die Berge laufen gegangen.“ Ein paar Monate später legte sich der Operationsgehilfe einen zweiten Hund zu. „Denn ich hatte einen Traum. Ich wollte mit Huskys Schlitten fahren.“ 1998 hatte er bereits vier Hunde und Übung im Schlittenfahren. „2000 meldete ich das Gewerbe an und bot in meiner Freizeit Schlittenfahrten für Touristen an.“

Aber dann erlitt er einen gesundheitlichen Rückfall. „Meine Blutwerte waren katastrophal. Die Ärzte rieten mir zu einer Arbeit in der Natur.“ Kuttner wechselte den Job und wurde Gemeindearbeiter – bis er sich vor fünf Jahren als „Husky Toni“ selbstständig machte. „Immer mehr Touristen und Firmen interessierten sich für mein Angebot. Da entschloss ich mich, es hauptberuflich zu versuchen.“ Mittlerweile macht er im Winter bis zu 70 Schlittenfahrten. Jene mit (krebs)kranken Kindern berühren ihn immer wieder aufs Neue – auch weil ihre Augen dann vor Freude strahlen. „Einmal tröstete ich einen leukämiekranken Buben. Ich sagte zu ihm: ,Kopf hoch, ich hatte auch Blutkrebs und hab’s überlebt.‘ Da lächelte er.“ Solche Erlebnisse, so sagt er, machen ihn zufrieden.

Für mich strahlte der Hund viel Freiheit aus.

Anton Kuttner

Zur Person

Anton Kuttner

Geboren: 10. Dezember 1971 in Bludenz

Ausbildung: OP-Gehilfe, Wander- und Schlittenhundeführer

Familie: verheiratet, drei Töchter, ein Enkel

Hobbys: Schlittenhunde, Wandern