„Die Fastenzeit ruft zu Einkehr und Besinnung auf“

Vorarlberg / 17.02.2015 • 21:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bischof Benno Elbs eröffnet mit dem Aschenritus die Fastenzeit. Er streut Asche auf die Häupter der Messbesucher. Fotos: Katholische Kirche  
Bischof Benno Elbs eröffnet mit dem Aschenritus die Fastenzeit. Er streut Asche auf die Häupter der Messbesucher. Fotos: Katholische Kirche  

Aschermittwoch: Das bunte Treiben ist vorbei, die 40-tägige Fastenzeit beginnt.

Bregenz. (VN-kum) Der Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten, leitet sich aus der Bibel ab. „Er erinnert daran, dass Jesus 40 Tage in der Wüste gefastet und gebetet und sich von der Welt zurückgezogen hat“, informiert Michael Fliri, der Archivar der Diözese Feldkirch.

Ein Symbol der Fastenzeit ist das Aschenkreuz. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es laut Fliri den Brauch des Ascheauflegens. „Bei der Messe am Aschermittwoch streut der Priester Asche aus verbrannten Palmzweigen auf die Köpfe der Messbesucher. Dabei spricht der Pfarrer die Sätze ,Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst‘ oder ,Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium‘. Der Sinn dahinter nach Fliri: Man soll sich seiner Endlichkeit bewusst werden und sein Leben überdenken bzw. überlegen, ob man gut lebt und seine Sache richtig macht.

Sinnbild für Neubeginn

Für Schwester Clara Mair, Pastoralassistentin im Seelsorgeraum Bregenz, ist die Asche nicht nur ein Symbol der Vergänglichkeit, sondern auch ein Sinnbild für einen Neubeginn. „Früher verwendeten die Bauern Asche, um die Felder zu düngen. Die Nährstoffe der Asche bewirkten neues Leben.“ Für die katholische Ordensfrau ist die Fastenzeit der Weg ins Leben und gleichzeitig eine Zeit der Reduktion. „Unser Lebensstil ist oft vom Zuviel gekennzeichnet: zu viel Essen, zu viel Stress, zu viel Small-Talk. Daraus ergibt sich die Sehnsucht nach einem Leben ohne Druck, nach Einfachheit und Ruhe.“ Die Fastenzeit rufe zur Einkehr und zur Besinnung auf. „Wir sollten in uns gehen, den Fragen des Lebens Raum geben und die Geschwindigkeit aus unserem Leben herausnehmen.“

Der Aschermittwoch ist eine Zäsur, ein Datum, an dem sich das öffentliche Leben ändert. Das bunte Treiben des Faschings, die Bälle und die Umzüge sind vorbei. Es wird ruhiger. Bei den Bewohnern der Bregenzer Altstadt, den Oberstädtlern, bildet die Gealtbittelwäsch am Aschermittwoch den Abschluss der übermütigen Zeit. Dabei handelt es sich um einen Trauerbrauch.

Nach Anbruch der Dunkelheit werden nach einem Trauermarsch durch die Oberstadt, angeführt von einer Abordnung der Bregenzer Stadtmusik, die Geldbeutel im Brunnen beim Ehreguta-Platz gewaschen. Weil man im Fasching auf den Putz gehauen hat, sind diese nun leer. Die Oberstädtler waschen sie, auf dass sie sich, einem alten Glauben zufolge, wieder mit frischem Geld auffüllen mögen. Die Teilnehmer vollziehen diesen Brauch voller Trauer und mit lautem Geheule.

Man soll sich seiner Endlichkeit bewusst werden.

Michael Fliri

Am Aschermittwoch werden Palmzweige verbrannt. 
Am Aschermittwoch werden Palmzweige verbrannt. 
Bischof Benno Elbs streut Asche auf das Haupt eines Messbesuchers. Fotos: Katholische Kirche  
Bischof Benno Elbs streut Asche auf das Haupt eines Messbesuchers. Fotos: Katholische Kirche  

Veranstaltungen am Aschermittwoch

11 Uhr, Seekapelle Bregenz: Bischof Benno Elbs eröffnet mit dem traditionellen Aschenritus die Fastenzeit. Zur Feier in der Seekapelle kann man Palmzweige vom vergangenen Jahr mitbringen. Nach altem Brauch werden diese Zweige verbrannt, die Asche gesegnet und die Gläubigen mit einem Kreuz aus Asche bezeichnet.

12 Uhr, Landhaus Bregenz: Die Katholische Frauenbewegung lädt zum Suppenessen ins Landhaus. Mit den Spenden des Suppenessens werden Projekte der „Aktion Familienfasttag“ unterstützt.