Der Besitz von Kleinstmengen Cannabis soll straffrei werden

Vorarlberg / 08.03.2015 • 21:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Konsum von Cannabis als Verwaltungsübertretung geplant.  Symbol: HB
Konsum von Cannabis als Verwaltungsübertretung geplant. Symbol: HB

Legal bleibt der Konsum nicht, es erfolgt Anzeige an die Verwaltungsbehörde.

Wien, Bregenz. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) plant mit der Strafrechtsreform ein Ende der automatischen Strafanzeigen für den Besitz von Cannabis, sofern es sich um eine Kleinstmenge handelt und diese nachweislich für den Eigengebrauch verwendet wird. Außerdem muss der Ertappte mit den Gesundheitsbehörden kooperieren.

Ohne Konsequenzen bleibt gemäß den Vorgaben des Entwurfs, den die Koalitionspartner gerade verhandeln, der Kauf, Besitz und Eigenkonsum von Kleinstmengen nicht: Statt einer Anzeige setzt es eine Meldung an die Bezirksverwaltungsbehörde als Gesundheitsbehörde. Diese hätte aber „nur dann Strafanzeige zu erstatten, wenn sich die Person den ‚notwendigen, zweckmäßigen, ihr nach den Umständen möglichen und zumutbaren und nicht offenbar aussichtslosen gesundheitsbezogenen Maßnahmen‘ nicht unterzieht“.

Der Vorschlag soll demnächst in Begutachtung gehen. Brandstetter will damit Gerichte und Polizei entlasten und ein schnelleres Einschreiten der Gesundheitsbehörde ermöglichen. „Es geht nicht um eine Entkriminalisierung, sondern man versucht hiermit dem Umstand zu begegnen, dass Sucht eine Erkrankung ist und man darauf auch schnell reagieren muss“, betonte eine Sprecherin des Ministers.

Derzeit ist der Besitz von Cannabis strafbar. Reine Konsumenten kommen aber, zumindest wenn sie das erste Mal erwischt werden und Auflagen der Gesundheitsbehörde zu erfüllen bereit sind, schon jetzt im Regelfall mit einer Diversion davon. Jeder einzelne dieser Fälle nimmt aber den Weg über die Staatsanwaltschaft. Künftig soll ohne diesen Umweg die Gesundheitsbehörde eingeschaltet werden. Die Gerichte werden erst befasst, wenn der Betreffende die Therapie verweigert.