Für Dieter Sperger kam die „tätige Reue“ zu spät

Vorarlberg / 22.04.2015 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein zweites Mal verurteilt: fünf weitere Monate Haft wegen Veruntreuung für Ex-FC-Lustenau-Präsident Sperger.  Foto: VN/HB
Ein zweites Mal verurteilt: fünf weitere Monate Haft wegen Veruntreuung für Ex-FC-Lustenau-Präsident Sperger. Foto: VN/HB

Sperger (52) wegen Untreue zu einer Zusatzstrafe von fünf Monaten verurteilt.

Feldkirch. (VN-gs) Nur wenige Wochen sind seit seiner ersten Verurteilung zu drei Jahren Gefängnis vergangen: Der ehemalige Vermögensberater und Ex-FC-Lustenau-Präsident Dieter Sperger stand damals wegen Veruntreuung vor Gericht (die VN berichteten). Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

Eine weitere Anklage, diesmal wegen Untreue, wurde am Mittwoch verhandelt. Sperger soll als Rat einer Liechtensteiner Stiftung aus deren Kasse mehr als 290.000 Euro an Bargeld behoben haben. Doch nicht, um den Betrag an den rechtlich Begünstigten auszuzahlen, sondern um damit bei einer Vorarlberger Bank ein Sparguthaben anzulegen. Das war widerrechtlich. Ein Faktum, zu dem Sperger gestern auch stand. Aber: „Mehr als 200.000 Euro habe ich bereits vor Jahren an den Begünstigten zurückbezahlt. Was die restlichen 75.000 Euro betraf, so habe ich mit ihm vereinbart, dass ich den Betrag in Raten an ihn auszahlen werde. Das ist mittlerweile auch erfolgt. Er hat also keinerlei Schaden davongetragen“, versuchte sich der Angeklagte in Richtung „tätige Reue“ zu rechtfertigen.

Der Vorarlberger Begünstigte bestätigte dies als Zeuge vor Gericht, und nicht nur als Zeuge: „Er ist mein Freund. Ich hatte volles Vertrauen zu ihm, unterschrieb alles, was er mir vorlegte. Er war der Fachmann, ich der Laie. Und Freundschaft endet nie, auch heute nicht“, betonte er sein immer noch gutes Verhältnis zu Sperger.

Zu späte Vereinbarung

Er sei vom Angeklagten einst selbst darauf angesprochen worden, dass von seinem Geld etwas fehle. Man habe dann eine mündliche und schließlich auch eine schriftliche Vereinbarung getroffen, dass das Geld in Raten zurückbezahlt werde. Der Knackpunkt dabei: Diese „verschriftlichte Vereinbarung“ wurde erst getroffen, nachdem bereits eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung erfolgt war, was Spergers Argument der „tätigen Reue“ die Glaubwürdigkeit entzog. Deshalb der Schuldspruch im Sinne der Anklage. Fünf Monate Zusatzhaft für den Lustenauer wegen Untreue. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, überraschenderweise auch Spergers Anwalt Johann Pauer nicht, obwohl er vor der Beratung der Schöffen noch bemerkte: „Sollte im Falle einer Verurteilung eine Zusatzstrafe ausgesprochen werden, dann höchstens vier Monate Fernsehverbot für meinen Mandanten …“.