Lehrer-Demo vor Matura

Vorarlberg / 28.04.2015 • 20:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

AHS-Lehrer wehren sich anlässlich Ministerinbesuch gegen Arbeitszeitpläne.

Feldkirch. (VN-hk) Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (53) hat sich heute an der Pädagogischen Hochschule in Vorarlberg zu einem Besuch angesagt. Sie möchte mit interessierten Lehrern und Direktoren über Qualitätsentwicklung- und sicherung sprechen. Ob sie das tatsächlich kann, ist eine andere Frage. Denn: Pädagogen von Höheren Schulen, aber auch Lehrervertreter von Pflichtschulen haben sich angesagt, um der Ministerin einen heißen Empfang zu bereiten. Grund dafür sind die Pläne der Regierung, die Pädagogen zu zwei Stunden mehr Unterrichtstätigkeit zu verpflichten.

Heißer Empfang

Ministerin Heinisch-Hosek hatte sich aus der Debatte fast komplett herausgehalten. Genau das werfen ihr die Lehrer auch vor. „Wir verlangen, dass sich die Ministerin klar für die Interessen der Lehrer positioniert und diese Pläne ablehnt“, sagt AHS-Lehrersprecher Gerhard Pusnik (55). Pusnik und Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium Schillerstraße, das im Gebäude der PH untergebracht ist, werden auf dem Platz vor der Schule eine Kundgebung abhalten. Zuvor bekommen sie zehn Minuten Zeit, um der Ministerin persönlich ihre Forderungen mitzuteilen. Proteste haben auch Pflichtschullehrervertreter Gerhard Unterkofler (56) und die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst angekündigt.

„Gewisse Spannung“

Die Auseinandersetzung zwischen Lehrern und Regierung findet wenige Tage vor Beginn der AHS-Zentralmatura statt, bei der es im Vorjahr zahlreiche Pannen gegeben hatte und deren gesetzlich vorgeschriebene Durchführung heuer Premiere feiert. „Es herrscht eine gewisse Spannung“, räumt AHS-Landesschulinspektorin Christine Schreiber (60) ein. Sie habe in den letzten Wochen mehrere Anrufe von beunruhigten Eltern, Lehrern und Schülern bekommen, die sich Sorgen machen. „Aber“, sagt Schreiber, „wir sind gut vorbereitet. Auch in Mathematik wurden die letzten Monate genützt, um die Schüler entsprechend mit dem Format der Aufgabenstellungen vertraut zu machen“, berichtet Schreiber. Gerade wegen Mathematik gingen die Wogen hoch: Bei einer Matura-Testschularbeit waren noch im Dezember 40 Prozent der Vorarlberger Gymnasiasten durchgefallen.

869 Kandidaten werden an den 14 Gymnasien zur schriftlichen Matura antreten.