Ärztegehälter genau im Visier

Vorarlberg / 01.05.2015 • 21:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spitäler sind insgesamt ein teures Pflaster. Foto: VN/Hofmeister
Spitäler sind insgesamt ein teures Pflaster. Foto: VN/Hofmeister

Gesundheitsreferenten wollen gegenseitige Information insgesamt verstärken.

bregenz. (VN-mm) Das „gegenseitige unreflektierte Vergleichen“ von Ärztegehältern soll ein Ende haben. „Weil es nicht zielführend ist“, wie Gesundheitslandesrat Christian Bernhard begründet. Stattdessen wird eine Länderarbeitsgruppe eingerichtet, zu deren Aufgaben unter anderem die Beobachtung der Gehaltsentwicklung im ärztlichen Bereich gehört. Darauf haben sich die Gesundheitsreferenten der Länder bei ihrer Sitzung in Baden geeinigt. Außerdem wollen sie die gegenseitige Information insgesamt verstärken.

Übereinkommen

Das Feilschen um Lohnerhöhungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der 48-Stunden-Woche in den Krankenhäusern hatte in den vergangenen Monaten bundesweit zu teils heftigen Streitereien und sogar Ärztestreiks geführt. In Vorarlberg konnte die Situation aufgrund der schon durchgeführten Gehaltsreform ruhiggehalten werden. Außerdem waren Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und Ärztekammer übereingekommen, dass Spitalsärzte bis Ende September 2015 weiterhin mehr als die 48 Stunden arbeiten. Über 90 Prozent hatten die sogenannte Opt-out-Regelung unterschrieben. Auch, um den Krankenhausträgern die Möglichkeit zur Ausarbeitung neuer Dienstmodelle einzuräumen.

Diese Dienstmodelle stehen inzwischen und sehen, wie die VN berichteten, mehr Freizeit bei vollem Lohnausgleich vor. Bis Ende Juni sollen sie vertragsreif sein. Ziel der KHBG ist es, die EU-konforme Arbeitszeit trotz längerer Übergangsfristen schon ab 2016 umzusetzen. Dafür braucht es aber auch noch mindestens 40 zusätzliche Ärzte.

Abgeltung gefordert

Unzufrieden ist Christian Bernhard auch darüber, dass es für das KPJ (Klinisch Praktische Jahr), das im Rahmen des Medizinstudiums geleistet wird, noch keinen Kostenersatz für die Länder gibt. Vorarlberg war eines der ersten Bundesländer, das Studenten für diese Tätigkeit knapp 580 Euro monatlich bezahlte, was zu einem enormen Andrang führte. Nun stehen die mit den Universitäten abgeschlossenen Rahmenverträge vor der Verlängerung, aber die Krankenhausträger noch ohne finanzielle Abgeltung da. Jetzt soll Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner für eine entsprechende Regelung sorgen.

Keine Freude haben die Gesundheitsreferenten auch mit dem Gesetzesentwurf, der den Ausbildungsverlauf der Ärzte nach dem Studium neu definiert. „In dieser Form bedeutet er nur einen enormen Mehraufwand für Organisation und Planung, was die Kosten für die Krankenanstalten und damit für die Länder in die Höhe treibt“, ärgert sich Christian Bernhard.

Abgelehnt werden beispielsweise Regelungen wie jene, dass für jedes neue medizinische Sonderfach eine eigene Abteilung und ein eigenes Primariat geschaffen werden müsste. Für Vorarlberg hätte das jährlich Mehrkosten von bis zu einer Million Euro zur Folge. „Dagegen werden wir uns mit Sicherheit zur Wehr setzen. Darin sind sich die Länder einig“, kündigt Christian Bernhard unmissverständlich an.

In dieser Form bedeutet das Gesetz nur einen enormen Mehraufwand für Organisation und Planung.

Christian Bernhard