Prothesen bald auch im LKH Bludenz

Vorarlberg / 03.05.2015 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf Primar Thomas Bärenzung (l.) und sein Team dürften demnächst schon neue operative Aufgaben zukommen. Foto: KHBG  
Auf Primar Thomas Bärenzung (l.) und sein Team dürften demnächst schon neue operative Aufgaben zukommen. Foto: KHBG  

Dortige Unfallabteilung und Orthopädie im LKH Feldkirch planen die Zusammenarbeit.

Bludenz. (VN-mm) Aufwertung für das Landeskrankenhaus Bludenz und seinen Standort: Schon bald sollen dort nämlich wieder orthopädische Eingriffe möglich sein. Auf VN-Nachfrage bestätigte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard entsprechende Pläne für eine Kooperation zwischen der Unfallabteilung in Bludenz und der Abteilung für Orthopädie im Landeskrankenhaus Feldkirch.

Ebenso räumte er ein, dass diese Zusammenarbeit durchaus als Vorgriff auf die Zusammenlegung von Unfallabteilungen und Orthopädien gesehen werden kann. Wie bereits ausführlich berichtet, sollen diese beiden Bereiche auch in Österreich künftig als eine Abteilung unter dem Titel „Orthopädie und Traumatologie“ firmieren. Vorarlberg wird demnach ebenfalls umstellen. „Aber verträglich“, versichert der Gesundheitslandesrat. Noch seien jedoch die Rahmenbedingungen nicht fixiert. Dafür ist demnächst eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und die Gesundheitssprecher der Parteien zur neuen Ausbildungsverordnung für Mediziner geplant, die bekanntlich auch für Kritik sorgt.

Steigender Bedarf

Was die Endoprothetik betrifft, da steigt der Bedarf. Bedingt durch Abnützung und Unfälle wächst die Zahl jener Personen, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk benötigen. Das führte zu langen Wartelisten und Wartezeiten in den Krankenhäusern, die dafür immer wieder einmal in die Kritik geraten sind. Immer wieder einmal ins Spiel gebracht wurde in diesem Zusammenhang auch das Landeskrankenhaus Bludenz, wo früher Endoprothetik angeboten wurde. Der dortige Leiter der Unfallabteilung, Primar Thomas Bärenzung, gilt zudem als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Implantation künstlicher Gelenke. Bislang war die Nutzung dieser speziellen OP-Kapazitäten in Bludenz für die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) allerdings kein Thema. Aufgabe des Landeskrankenhauses Bludenz sei die unfallchirurgische Basisversorgung der Region, hieß es. KHBG-Direktor Gerald Fleisch begründete die Absage an Bludenz unter anderem mit Qualitätskriterien und zu geringen Fallzahlen.

Patientenversorgung

Gesundheitslandesrat Christian Bernhard weiß um diese Einwände. Und ja, der ursprüngliche Plan sei ein anderer gewesen. „Aber Gegebenheiten ändern sich. Unsere Aufgabe ist es, die Patienten adäquat zu versorgen. Da muss es auch möglich sein, eine vorgegebene Linie zu verlassen“, begründet er das Umdenken. Deshalb sollen, um die teils monatelangen Wartezeiten für Prothesen-Patienten zu verkürzen, die OP-Kapazitäten und die medizinische Kompetenz in Bludenz genützt werden.

Schwerpunkt Sommer

Zur Umsetzung braucht es laut Bernhard lediglich noch die Übereinkunft zwischen den Abteilungen in Feldkirch und Bludenz. Aber die sei auf gutem Weg. Vorbehaltlich der Zustimmung kann schon im Sommer mit endoprothetischen Eingriffen im Landeskrankenhaus Bludenz begonnen werden. Da die Unfallabteilung während der Wintermonate meist mehr als ausgelastet ist, konzentrieren sich die Gelenksersatz-OP auf die Zeiten außerhalb der Skisaison.

Wie die VN weiters in Erfahrung bringen konnten, sollen in der Anfangsphase in Bludenz nur Hüft-Endoprothesen operiert werden. Eine Ausweitung auf Knie-Endoprothesen ist angedacht.

Es muss möglich sein, eine vorgegebene Linie zu verlassen.

Christian Bernhard