vorarlberg einst und jetzt. Gemeindeplatz Lauterach

Vorarlberg / 03.05.2015 • 20:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
2015
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Lauterach. (VN-pes) Wer auf der Hauptstraße durch Lauterach in Richtung Bregenz fährt, der kommt unweigerlich an der Kreuzung mit der heutigen Lerchenauer- und Wolfurter Straße vorbei, die ein Fotograf vor über 100 Jahren bereits festhielt. Wer das historische Bild schoss, ist laut den Gemeindearchivaren Elmar Kolb und Elmar Fröweis nicht gesichert, daher ist auch das Entstehungsjahr der Aufnahme nicht 100-prozentig sicher. Wahrscheinlich aber war es der Lauteracher Franz Schönenberger, der um 1900 bereits Postkarten verlegte und auch am Gemeindeplatz wohnte.

Am „scharfen Eck“

Die Hauptstraße durch Lauterach kommt auf beiden Fotos vom linken unteren Eck ins Bild. Heute jedoch verläuft sie als Landesstraße geradlinig weiter in Richtung Bregenz, vor über 100 Jahren war das noch anders: Sie knickte nach rechts in die heutige Wolfurter Straße ab. Die 90-Grad-Kurve wurde früher das „scharfe Eck“ genannt.

Gegenüber sieht man die Holzhandlung Feuerstein. In der Nähe wird auch das ehemalige Tanzhaus vermutet, wo das Hofsteiggericht tagte. Die beiden Häuser im Hintergrund fielen 1915 und 1958 Bränden zum Opfer.
Das Gasthaus Löwen brannte am 23. Februar 1916 ab. Zu dieser Zeit, während des
Ersten Weltkriegs, beherbergte es etliche obdachlose Familien mit insgesamt 30 Kindern.

An der Stelle des damaligen Gasthaus Löwen steht heute die Textil-Handlung „Best.Off“, auf der rechten Seite ist auch keine Holzhandlung mehr zu finden, sondern, etwas zurückversetzt, „Michis Café“. Auf die Kirche St. Georg hat man heute von dieser Position neben dem Gasthaus Engel – heute eine Pizzeria – sogar einen besseren Blick als damals.

um 1900
um 1900