Dem Denken muss Handeln folgen

Vorarlberg / 07.05.2015 • 19:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Experten Harald Welzer und Kora Kristof im Gepräch.  
Die Experten Harald Welzer und Kora Kristof im Gepräch.  

Energieinstitut lädt Experten zur Diskussion um die Zukunft des westlichen Lebensstils.

Schwarzach. (VN-pes) Um das Thema „Lebensstilfragen vor dem Hintergrund der Energieautonomie“ zu diskutieren, hat das Energieinstitut Vorarlberg den Sozialpsychologen Prof. Harald Welzer und die Volkswirtin Dr. Kora Kristof aus Deutschland eingeladen. Die VN trafen die beiden Experten vorab zum Gespräch.

Was sind die Konsequenzen, wenn wir unseren heutigen Lebensstil beibehalten?

Welzer: Ein westlicher konsumistischer Lebensstil hat die Tendenz zur Expansion. Man hat immer mehr, beansprucht immer mehr…

Kristof: … wird aber nicht glücklicher.

Welzer: So wird es weitergehen, wenn es keine Lebensstiländerung gibt.

Wo muss man ansetzen?

Welzer: Ich würde es nicht auf das Denken schieben. Denken können wir gut, Bewusstsein schaffen auch. Aber man tut zu wenig. 

Kristof: Die Idee ist angekommen: Wenn wir unsere Umwelt nicht in Ordnung bringen, haben wir ein Lebensqualitätsproblem. Wir wissen größtenteils, was getan werden soll, aber wenig darüber, wie es erfolgreich umgesetzt wird.

Wie kann ein gesundes Umweltbewusstsein zu positiven Veränderungen führen?

Kristof: Einerseits müssen sich Produktions- und Infrastrukturen ändern, zum anderen das eigene Verhalten.

Welzer:  Wenn etwa die öffentlichen Verkehrsmittel schlecht sind, werden auch Menschen mit dem tollsten Umweltbewusstein zum Auto greifen. Das heißt, wenn Sie in einer nicht nachhaltigen Kultur leben, dann können Sie sich täglich darüber aufregen, dass die Natur zerstört wird. Sie werden sich trotzdem täglich so verhalten, dass sie weiterhin zerstört wird.