Stadion feiert Jubiläum

Vorarlberg / 10.05.2015 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Untersteinstadion wurde vor 40 Jahren eröffnet. Foto: VN/JS
Das Untersteinstadion wurde vor 40 Jahren eröffnet. Foto: VN/JS

Fußballboom in Bludenz führte Anfang der 1970er-Jahre zum Stadionbau in Unterstein.

Bludenz. (SE, VN-js) Die Geschichte des Bludenzer Fußballclubs ist auch hinsichtlich seiner Sportstätten sehr interessant. Die ersten Spiele trug der 1919 gegründete FC Bludenz auf einer Sportanlage im Bremschl aus, bevor das Team 1926 bei der Brauerei Fohrenburg für nahezu ein halbes Jahrhundert eine neue Heimstätte fand.

Als schließlich Anfang der 1970er-Jahre Präsident Walter Seeberger die Geschicke des Vereins in die Hand nahm und viel Geld in Spielereinkäufe investierte, kam es in Bludenz zu einem bis dahin nicht gekannten Fußballboom. Die Heimspiele der Rätia auf der Fohrenburg fanden regelmäßig vor „Länderspielkulisse“ statt, und mit den begeisterten Fans im Rücken schaffte die Mannschaft 1972/73 als Aufsteiger die Sensation und holte sich den Meistertitel in der Regionalliga West.

Eröffnung 1975

Da passte es ins Bild, dass die Stadtvertretung bereits 1971 einstimmig beschlossen hatte, eine gemeindeeigene Sportanlage zwischen Halden-Schwimmbad und Bundesgymnasium zu errichten. Pläne für einen Stadionbau an dieser Stelle reichen bereits zurück bis in die 1950er-Jahre. Der Spatenstich erfolgte schließlich am 25. Oktober 1973, die feierliche Eröffnung gab es dann im Frühjahr 1975.Das Stadion verfügte nicht nur über ein großes Rasenspielfeld, sondern auch über moderne Leichtathletikanlagen mit einem Tartanbelag, neben den Laufbahnen für 100-m- und 400-m-Bewerbe gab es auch Anlagen für die diversen leichtathletischen Sprung- und Wurfdisziplinen. Die überdachte Tribüne bot Platz für rund 900 Besucher, und neben diesen Sitzplätzen waren auch noch etwa 5000 Stehplätze vorgesehen. Um den Trainingsbetrieb der Fußballer nicht im Stadion abhalten zu müssen, war auch der bereits 1936 errichtete Sportplatz Unterstein modernisiert worden. Die Aschenbahn wurde aufgelassen und bereits 1972 ein Umkleidegebäude mit modernen sanitären Anlagen errichtet.

Das erste Fußballspiel im neuen Stadion wurde am Ostermontag, 31. März 1975, ausgetragen, wobei der deutsche Traditionsverein TSV 1860 München auf die damalige rumänische Spitzenmannschaft UT Arad traf. Die torreiche Partie endete mit einem leistungsgerechten 3:3-Unentschieden.

Die Fußballbegeisterung in Bludenz war damals allerdings bereits wieder deutlich abgeflaut. Dafür gab es verschiedene Ursachen. Zum einen hatte die nach dem Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse erfolgte Fusion mit SW Bregenz sportlich nicht den erhofften Erfolg gebracht, der neu gegründete FC Vorarlberg trug die Bundesligaspiele in Bregenz aus, in Bludenz spielte nur die Regionalligamannschaft. Dadurch hatte die Mannschaft viele ihrer Fans verloren. Zudem erwies sich auch die Übersiedlung in das neue Stadion Unterstein als eine Fehleinschätzung, weil es die „alte“ Fohrenburg-Atmosphäre dort nicht mehr gab. Immerhin bot das Stadion aber auch die Möglichkeit zur Durchführung größerer sportlicher Veranstaltungen wie Turnfeste, Leichtathletik-Meisterschaften oder des später so populären Fußball-Osterturniers für europäische Nachwuchsmannschaften. Heute zählt der jährliche Floh- und Trödlermarkt zu einer der größten Veranstaltungen im Stadionrund. Auch das Landesfinale der Fußball-Schülerliga findet heuer am 10. Juni im Stadion statt.