Typischer Freizeitprofi

Vorarlberg / 10.05.2015 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Stangl in seinem Haus am Pfänderhang.  Foto: VN/Steurer
Peter Stangl in seinem Haus am Pfänderhang. Foto: VN/Steurer

„Das Haus in Bregenz, mein Garten und meine Enkelkinder sorgen für genug Beschäftigung.“

Bregenz. (ee) „Ich habe nie einen Pensionsschock gehabt, und obwohl ich eigentlich nichts mehr tue, kenne ich auch keine Langeweile“, erläutert Peter Stangl gegenüber den VN, der 1995 als Generaldirektor der AMF-Sportgruppe, zu der auch Head in Kennelbach gehört hat, in Pension gegangen ist.

Und weiter: „Mein Haus am Pfänderhang in Bregenz, der Garten und meine zwei Enkelkinder sorgen für genug Beschäftigung und Abwechslung. Dazu kommen noch Skifahren und Golf. Mit dem Tennis habe ich vor rund zehn Jahren aufgehört.“

Stangl ist auch Gründungs- und heute Passivmitglied des Handballclubs Hohenems. Weite Reisen vermeidet er jedoch heute, denn: „ich bin früher beruflich in der ganzen Welt zu unseren Vertriebsniederlassungen, zu Messen und Skirennen herumgeflogen und mag das jetzt nicht mehr. Heute bevorzuge ich vielmehr zwei bis dreistündige Autofahrten zu verschiedenen Golfdestinationen in Europa, an denen ich mich dann einige Tage aufhalte.“

Der gebürtige Hohenemser Peter Stangl ist 1970 bei Head in Kennelbach als Leiter der Finanzabteilung eingetreten. Im Jahre 1974, nach dem Ausscheiden von Direktor Dr. Herbert Bader, rückte Stangl dann mit Franz Deutsch an die Unternehmensspitze auf. Deutsch verließ mit Stangl das Unternehmen und wurde u. a. Consultant für Frank Stronach. „Das erforderliche Management-Wissen hatte ich mir vor allem in meiner Tätigkeit in der Steuerkanzlei Manfred Monz in Hohenems angeeignet, die u. a. die Alpla betreut hat. Ich habe mir alles durch eigene Leistung aufgebaut und von nirgendwo eine Unterstützung bekommen“, blickt Stangl heute zufrieden auf seine Karriere zurück.

Head-Gründung

Der Amerikaner Howard Head gründete 1950 das Unternehmen Head Ski Company Inc. 1947 war er noch als Flugzeugingenieur tätig und war das erste Mal Skilaufen. „Bis Ende der Sechzigerjahre war Head dann rein amerikanisch und erzeugte Metallski, während man damals in Österreich schon Kunststoff- und Kunststoff-Metallski in Kombination herstellte. Eine Entwicklung, die Head verschlafen hatte. Um sich jedoch das Kunststoff-Know how zu sichern, wurde Head Europa gegründet und die Produktion nach Kennelbach verlagert“, erinnert sich Stangl. „Unsere Tätigkeit war nicht leicht und von einer ständig wechselnden Eigentümerstruktur und einer starken Unterkapitalisierung gekennzeichnet. So war das Unternehmen in den 1990er- Jahren zwischenzeitlich im Besitz der österreichischen Austria Tabak. Trotzdem sind wir ständig gewachsen. In Kennelbach hatten wir bis zu 1000 Beschäftigte und zahlreiche eigene Vertriebe auf der ganzen Welt“, schildert Stangl.

Reformen angehen

Von unseren Politikern wünscht er sich, dass endlich die Reform von Dingen angegangen wird, über die man schon seit 20 Jahren spricht. „Man weiß ja genau, was zu tun wäre, nur keiner setzt entsprechende Schritte. Ich kann aber nicht sagen, warum das nicht geschieht“, so Stangl abschließend.

Stangl 2007 bei der VN-CA Golftrophy in Lindau.  Foto: VN/KH
Stangl 2007 bei der VN-CA Golftrophy in Lindau. Foto: VN/KH

Zur Person

Peter Stangl

Geboren: 1939 in Hohenems

Ausbildung: Volks- und Hauptschule, Handelsschule in Bregenz

Beruflicher Werdegang: Tätigkeiten im Einzelhandel, der Textilindustrie und einem Steuerberatungsbüro, 1970 Eintritt bei Head, 1995 Pensio­nierung.

Familie: verheiratet, eine Tochter, zwei Enkelkinder.