Stärkste Zuwanderung aus EU

Vorarlberg / 11.05.2015 • 22:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vorarlberg wächst bei Bevölkerungszahl und weist stärksten Zuwachs seit 1996 aus.

Bregenz. (VN-tw) Das westlichste Bundesland in der Alpenrepublik wird zur überaus gefragten Wahlheimat. Dies geht zumindest aus jenen Zahlen hervor, die die Landesstelle für Statistik vorgelegt hat. Gemäß diesem aktuellen Bevölkerungsbericht waren Ende März dieses Jahres in Vorarlberg 380.514 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Das sind um 3450 oder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei Bürgern in der EU gefragt

Damit weist Vorarlberg das höchste Bevölkerungswachstum seit 1996 auf. Die Zahlen sind darüber hinaus deutlich höher als im März 2014, damals handelte es um ein Wachstum von nur 2885 Personen. Die Bevölkerungsentwicklung werde in zwei Komponenten aufgeteilt, und zwar in die Geburtenbilanz, sprich Saldo aus Geburten minus Sterbefälle, und der Wanderungsbilanz, also dem Saldo aus Zuzügen minus Wegzügen, erklärt Thomas Mathis, der den Bevölkerungsbericht bei der Landesstelle für Statistik im Landhaus erarbeitet hat.

Eine positive Geburtenbilanz

Das Wachstum im Bereich der Bürger Vorarlbergs in den letzten zwölf Monaten sei zu einem Drittel auf eine positive Geburtenbilanz mit 1310 Personen zurückzuführen. Und die statistisch errechnete Wanderungsbilanz liegt laut Mathis bei 2140 Personen. „Wobei 1096 Österreicher abgewandert sind, während die Zuwanderung bei ausländischen Bürgern mit einem Plus von 3236 Personen stark zugenommen hat.“

EU-Staaten haben Nase vorn

Ein Blick auf die Zahlen macht vor allem eines deutlich: Unter den Bürgern in den EU-Staaten scheint eine Übersiedlung nach Vorarlberg eine gefragte Sache zu sein. Immerhin stammen laut Mathis 64 Prozent der ausländischen zugewanderten Personen aus den Staaten der Europäischen Union und nur 22 Prozent aus dem asiatischen Raum. Die größte Gruppe bilden dabei nach wie vor die Deutschen, gefolgt von Ungarn, Rumänen, Kroaten, Slowaken, Italienern sowie Polen und Bulgaren. Bei den Drittstaatsangehörigen stammen die meisten Zugewanderten aus Syrien, Serbien, Kosovo, Somalia sowie Irak und Russland.

Region Rheintal als Renner

Zusätzlich zu den Personen mit Hauptwohnsitz würden auch die Personen mit weiteren Wohnsitzen gezählt, erklärt Mathis. „Mit Stichtag 31. März 2015 waren 29.353 Personen mit einem weiteren Wohnsitz gemeldet, das sind um 1195 mehr als vor einem Jahr. Das ist zugleich der höchste Stand, der je im Frühjahr erhoben wurde.“ Regional gesehen bleibt die Region Rheintal der Renner, der Zuwachs konzentriert sich auch diesmal überwiegend auf das Rheintal. Mathis: „Etwas mehr als Hälfte der Bevölkerung mit Hauptwohnsitz, nämlich 196.194, lebt in den neun bevölkerungsreichsten Gemeinden des Landes.“

„Medaille hat eine Kehrseite“

Im Landhaus freut man sich zwar, dass das Land so stark gefragt ist, sagt LH Markus Wallner im VN-Gespräch. Allerdings dürfe dabei die Kehrseite der Medaille nicht außer Acht gelassen werden. Vor dem Hintergrund, dass die Zahlen laut einer Statistik bis 2050 auf 420.000 Einwohner klettern werden, werde das Land in den Bereichen Wohnraum, Flächenverbrauch oder Verkehr vor neue Herausforderungen gestellt, meint Wallner.

Diese Zuwächse stellen uns vor neue Herausforderungen.

LH Markus Wallner

Größte Gemeinden

1. Dornbirn: 47.497 Einwohner

2. Feldkirch: 32.231 Einwohner

3. Bregenz: 28.825 Einwohner

4. Lustenau: 21.970 Einwohner

5. Hohenems: 15.741 Einwohner

6. Bludenz: 14.095 Einwohner

7. Hard: 13.068 Einwohner

8. Rankweil: 11.712 Einwohner

9. Götzis: 11.055 Einwohner

10. Lauterach: 9763 Einwohner

11. Wolfurt: 8233 Einwohner

12. Höchst: 7787 Einwohner