Welt der Ahnen im Fokus

Vorarlberg / 17.05.2015 • 19:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dietger Mader mit einem seiner Stammbäume. Foto: VN/Paulitsch
Dietger Mader mit einem seiner Stammbäume. Foto: VN/Paulitsch

Intensive Beschäftigung mit Vorarlberger Landes- und Bregenzer Stadtgeschichte, zahlreiche Reisen.

Bregenz. (ee) Keine Langeweile im Ruhestand kennt der frühere freiheitliche Bregenzer Stadt- und Landespolitiker Dr. Dietger Mader. Er hat 2004 als Stadtvertreter und Musikschulvorsitzender seine letzten öffentlichen Funktionen niedergelegt, nachdem er seit 1970 in der Politik tätig war. „Ich war Berufspolitiker und habe von den Politikerbezügen gelebt. Dieses Risiko habe ich auf mich genommen“, stellt er im VN-Gespräch klar.

Sieben Stammbäume

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich Mader intensiv mit der Ahnenforschung, hat mittlerweile sieben Stammbäume fertiggestellt und im Zuge seiner familiengeschichtlichen Forschungen auch eine Dokumentation über seinen Großvater mütterlicherseits, Hermann Mauer, verfasst. Dieser wurde in Sternberg/Mähren geboren und kam als Einjährig-Freiwilliger beim Militär nach Bregenz. Ein Urgroßonkel von Dietger Mader ist der Skipionier Oberst Georg Bilgeri.

„Bei der Erstellung der Stammbäume ging es mir nicht nur um die reine Recherchearbeit, sondern ich habe dabei den persönlichen Kontakt zu den noch Lebenden gesucht und auch Familientreffen organisiert“, erläutert Mader.

Fernreisen

Darüber hinaus befasst er sich mit der Vorarlberger Landes- und der Bregenzer Stadtgeschichte und besucht einschlägige Vorträge im Landesarchiv. Für seinen Jahrgang 1939 organisiert er Stammtische und jährliche Ausflüge, wie jüngst nach Genf zu den Großforschungsanlagen des CERN. Mader weiter: „Seit vier Jahren nehme ich am Montagsforum in Dornbirn teil und bin auch Mitglied im Ambassador-Klub. Meine Reisen führten mich u. a. nach Indien, Kanada, zum Nordkap, nach Spanien und Portugal, in die Türkei und nach Moskau und St. Petersburg.“

Die Politik verfolgt Mader heute nur noch mit Abstand. „Ich mische mich aber nicht mehr ein und bin in der Fraktion hauptsächlich Zuhörer. Meine Interessen gelten noch der Landes- und Stadtpolitik, die Bundespolitik ist für mich zu weit weg, ich habe keine Verbindungen mehr dorthin. Ohne Funktion bin ich auch noch bei den freiheitlichen Senioren engagiert“, so Mader weiter.

Mader, der seine Wiener Zeit nicht missen möchte, hat an der damaligen Hochschule für Welthandel 1963 den akademischen Grad Diplom-Kaufmann und 1966 den eines Doktors der Handelswissenschaften erworben. Seine Dissertation war eine wirtschaftswissenschaftliche Abhandlung über den Bregenzerwald.

Zahlreiche Funktionen

Nach seinem Studium war er bis 1971 als Schadensliquidator bei der Vorarlberger Landesversicherung in Bregenz beschäftigt. In seinem politischen Leben war er von 1970 bis 1979 Stadtrat in Bregenz, 1974 bis 1994 Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag (darunter auch Klubobmann), 1990 bis 1995 Vizebürgermeister in Bregenz und bis 2004 Stadtvertreter in der Landeshauptstadt.

An der heutigen Politik kritisiert Mader die Kurzlebigkeit. Probleme würden nur vor sich hergeschoben und keine Entscheidungen getroffen, obwohl die Bevölkerung bereit wäre, auch unangenehme Maßnahmen zu akzeptieren. Sorge bereitet ihm auch die Währungsstabilität.

Zur Person

Dietger Mader

Geboren: 1939 in Bregenz

Ausbildung: Matura an der Handelsakademie, Studium an der Hochschule für Welthandel in Wien, 1963 Diplom-Kaufmann, 1966 Doktorat

Beruflicher Werdegang: Tätigkeit bei der Vorarlberger Landesversicherung, Berufspolitiker

Familie: geschieden, zwei Kinder, lebt in einer Partnerschaft