Unbedingte Haftstrafen für die Bregenzer Trafikräuber

Vorarlberg / 20.05.2015 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 19. Februar 2015.

VN-Bericht vom 19. Februar 2015.

Jugendliche spielten den Überfall mehrmals durch, um perfekt zu werden.

Christiane Eckert

Feldkirch. Im Februar 2015 wurde am späten Nachmittag der Kiosk in der Nähe des Bregenzer Landeskrankenhauses überfallen. Die Täter flohen mit einer Beute von 750 Euro zu Fuß und konnten einige Zeit später aufgrund eines anonymen Hinweises geschnappt werden. Am Mittwoch standen sie wegen schweren Raubes vor Gericht. Der Senat verhängte empfindliche Haftstrafen. Einem 17-Jährigen, der bereits zum fünften Mal auf der Anklagebank sitzt, traf es sogar drei Jahre und acht Monate Gefängnis. Eine lange Zeit für einen Jugendlichen, doch immerhin arbeitet er in der Justizanstalt an seinem Schulabschluss.

Maskiert und bewaffnet

Die drei jungen Burschen, zwei davon siebzehn, einer achtzehn Jahre alt, heckten den Plan gemeinsam aus und spielten die Situation mehrmals durch. Der eine organisierte eine Schreckschusspistole, der andere ein Klappmesser. Der spätere Aufpasser mimte das Opfer. Dann war es endlich so weit. Der 18-Jährige kundschaftete die Situation aus, die angestellte ältere Dame sollte auf alle Fälle allein in der Trafik sein. Dann betraten die beiden Komplizen den Verkaufsraum. Beide waren mit Wollhauben maskiert. Der erste bedrohte die Bedienstete mit der Pistole, der zweite fuchtelte mit seinem Messer herum. „Mit dem erbeuteten Geld wollten wir uns Klamotten kaufen“, erzählt einer der Täter.

Zumindest einsichtig

Vor Gericht zeigen sich die Beschuldigten geständig. Allerdings hätten ihnen die DNA-Proben auch keine andere Wahl gelassen, als die Tat zuzugeben. Wenn bei einem Überfall eine Waffe im Spiel ist, gilt die Tat immer als schwerer Raub, wodurch sich der Strafrahmen erheblich erhöht.

Der Erstangeklagte muss sich mit zwanzig Monaten unbedingter Haft abfinden. Sein Altersgenosse, ebenfalls erst siebzehn Jahre alt, erhält für den Raub drei Jahre Haft. Dazu kommen noch zwei alte Strafreste aus einer Bewährungsstrafe. Der dritte im Bunde ist zwar unbescholten, dafür ist er im Sinne des Gesetzes nicht mehr Jugendlicher, sondern mit 18 Jahren bereits junger Erwachsener. Somit trifft es auch ihn 20 Monate, obwohl er in untergeordneter Rolle tätig war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mit dem erbeuteten Geld wollten wir uns Klamotten kaufen.

Ein Angeklagter