Gemeinsam durchs Leben

Vorarlberg / 29.05.2015 • 18:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Am 21. Mai 1955 schlossen Rudolf und Inge Doppelhofer den Bund fürs Leben.
Am 21. Mai 1955 schlossen Rudolf und Inge Doppelhofer den Bund fürs Leben.

Hörbranz. Vor 60 Jahren schlossen Rudolf und Inge Doppelhofer den Bund fürs Leben. Gefeiert wurde die Diamantene Hochzeit kürzlich im engsten Kreis im Eigenheim des Ehepaars in Hörbranz. Pfarrer Roland Trentinaglia vollzog die kirchliche Zeremonie. Zu den Gratulanten zählten Bürgermeister Karl Hehle und Gemeindevertreterin Manuela Hartz.

Inge kam am 3. Mai 1931 in Graz mit dem Familiennamen Hummelberger zur Welt, Rudolf wurde am 2. Februar 1928 in Piregg geboren. In diesem kleinen Ort wuchs Rudolf auf und in den Zweiten Weltkrieg hinein. 1944, als er sich im Alter von 16 Jahren der Musterung unterziehen musste, wollte er unbedingt zur Luftwaffe, ansonsten wäre er zur SS verpflichtet worden. Die harte Prüfung schaffte er, die Einberufung zur Luftkriegsschule Vorfliegerischer Lehrgang in Dresden wurde ihm jedoch nicht zugestellt.

Im April 1945 sollte Rudolf im Rahmen des letzten Aufgebots noch einrücken und wurde zu einer Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Abteilung nach Bludenz beordert. Als er dort ankam, war der Krieg bereits zu Ende. Der Vorgesetzte entließ Rudolf ordnungsgemäß und schickte ihn nach Hause. Bis er im Oktober 1945 daheim in Piregg ankam, hatte er einen langen, anstrengenden Marsch quer durch Österreich und Gefangenschaft zuerst in der amerikanischen, danach in der britischen Besatzungszone hinter sich. Zu Hause fand er seine Einberufung zur Luftkriegsschule Dresden. Heute weiß Rudolf, hätte er die Einberufung rechtzeitig erhalten, wäre er wohl nicht mehr am Leben.

Rudolf wollte Gendarm werden. Aufgrund einer Aufnahmesperre für Gendarmen in der Steiermark musste er sich beim Landesgendarmeriekommando Vorarlberg melden. 1948 begann die Ausbildung in der dortigen Gendarmerieschule. Am 28. Februar 1949 trat er seinen Dienst beim Gendarmerieposten Bregenz an. Nachdem er 1959 die Fachschule für Dienstführende Beamte in Mödling absolvierte, kam auch gleich die Beförderung: Er wurde Postenkommandant in Hittisau. Ab 1960 führte er dann den Posten Hörbranz, von 1982 bis zur Pensionierung 1991 den Posten Bregenz.

Rudolf war auch Mitbegründer und viele Jahre Obmann der IPA (International Police Association) der Sektion Österreich in Vorarlberg – weiterhin ist er Ehrenobmann der IPA Vorarlberg und Ehrenmitglied der Sektion Österreich.

Inge wuchs in Niederösterreich auf. Ihr Berufswunsch war Säuglingsschwester, aber Anfang der 1950er-Jahre gab es für sie in diesem Bereich keine Beschäftigungsmöglichkeit. So fuhr sie 1951 als 20-jähriges Mädchen einfach einmal nach Bregenz und übernachtete im „Hotel Bahnhof“. Dort wurde sie gefragt, ob sie am Buffet mithelfen möchte. Das tat sie gerne – und blieb im Gastgewerbe hängen. Einige Jahre war sie im „Hotel Gasthaus zum Löwen“ tätig. Dann wurde sie im „Sporthaus am See“ – heute „Wirtshaus am See“ – vom damaligen Geschäftsführer Horst Dorner als Servierkraft engagiert. Dort blieb Inge bis zu ihrer Pensionierung.

Kennen und lieben gelernt haben sich Rudolf und Inge 1952 in Bregenz. Das Herz des feschen Gendarmen schlug jedes Mal höher, wenn die bildschöne Inge die Meldezettel der im „Löwen“ angestellten Stubenmädchen zum Posten brachte. Und so schlossen die beiden am 21. Mai 1955 am Standesamt Bregenz den Bund fürs Leben. Die kirchliche Trauung wurde in der Herz-Jesu-Kirche vollzogen. Bis das einzige Kind, Sohn Christian, 1962 zur Welt kam, lebte die Familie Doppelhofer in einer kleinen Wohnung in Bregenz. Dann beschlossen Inge und Rudolf, ein Eigenheim in Hörbranz zu bauen. 1965 bezogen sie ihr neues Haus in der Lochauer Straße, und sie wohnen auch heute noch dort. Christian, der in Wien Sozial- und Wirtschaftswissenschaften studiert und einen entsprechenden Job bekommen hat, ist Vater eines elfjährigen Sohnes namens Julian. So sind Rudolf und Inge seit 2004 stolze Großeltern.

Das Paar an seinem Festtag der Diamantenen Hochzeit.  Fotos: Privat
Das Paar an seinem Festtag der Diamantenen Hochzeit. Fotos: Privat