Behördliches Ja zu Skischaukel

Vorarlberg / 28.06.2015 • 20:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Behördliches Ja zu Skischaukel

Grünes Licht für Mega-Seilbahnprojekt um knapp 40 Millionen Euro am Arlberg.

Bludenz, Zürs. Die Arlbergregion soll gleich um mehrere Seilbahnen „reicher“ werden: Nach Prüfung aller Gutachten und Analysen hat die Bezirkshauptmannschaft Bludenz für ein Großprojekt am Arlberg (Grafik) einen positiven Baubescheid ausgestellt. Das Vorhaben soll in mehreren Bauetappen in den nächsten zwei Jahren in die Tat umgesetzt werden. Der Bescheid wird allerdings erst in einem Monat rechtskräftig. Bis dahin können nämlich noch Einsprüche eingebracht werden.

Vorprüfung im Dezember 2014

Erklärtes Ziel der Millioneninvestition ist der Zusammenschluss von Skigebieten im Wintersporteldorado: Skifahrer sollen nach der Fertigstellung per Lift und Bahn zwischen den Skigebieten Zürs-Trittkopf-Rauz und der Albonabahn in Stuben pendeln können. Seit einer naturschutz- und wasserrechtlichen Vorprüfung des Millionenvorhabens am 17. Dezember des Vorjahres in der Sporthalle in Klösterle ging’s mit gutem Grund Schlag auf Schlag. Und zwar vor allem deshalb, weil das Land sich die Pläne bereits unter die Lupe genommen hatte und im Rahmen eines Feststellungsverfahrens zur Erkenntnis kam, dass keine meist langwierige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist.

Lecher begrüßen Skischaukel

Hinter dem Großvorhaben stehen die Ski Zürs AG und die Stubener Bergbahnen. Als Projektführer fungiert die Ski Zürs AG. Dort hoffte man von allem Anfang, in Sachen Naturschutz gute Karten in der Hand zu haben. Der Grund dafür: Bei dem vorliegenen Projekt soll kein Quadratmeter neue Piste errichtet werden.

Im Rathaus von Lech ist man, wie bereits in den VN berichtet, nach anfänglichem Zögern im Hinblick auf eine mögliche Unterwanderung der freiwilligen Limitierung von 14.000 Wintersportlern in den Skigebieten pro Tag geschlossen für das Großprojekt. „Wir sind einstimmig für die Umsetzung, weil die Skiregion damit eine Aufwertung erfährt“, betont Bürgermeister Ludwig Muxel.

Naturschutz mit harter Kritik

Bei der Naturschutzanwaltschaft in Dornbirn wird das Ganze freilich völlig anders gesehen. „Bei diesem Vorhaben wurden alle Tricks angewandt, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen zu können. Darüber hinaus wurde von den Betreibern großer Druck ausgeübt“, kritisiert Katharina Lins im Gespräch mit den VN. Lins hatte in einem Schreiben an die Behörde eine nochmalige Begutachtung der Pläne gefordert. Ein Einspruch gegen das Projekt vonseiten der Naturschutzanwaltschaft würde wenig bringen, die Anwaltschaft hätte nur im Rahmen einer UVP-Prüfung Einspruchsrecht. „Beeinspruchen könnten nur die betroffenen Gemeinden.“

Zweifel an Stichhältigkeit

Lins erhebt auch Zweifel daran, „dass überwiegend öffentliche Interessen nachgewiesen werden konnten, die eine Bewilligung rechtfertigen.“ Es werde „zweifellos zu erheblichen Beeinträchtigungen für Natur und Landschaft kommen, die auch durch vorgeschlagene Ausgleichsmaßnahmen nur teilweise kompensiert werden können.“ Philipp Zangerl, Vorstand der Ski Zürs AG, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bei diesem Vorhaben wurde enormer Druck ausgeübt.

Katharina Lins, Naturschutz

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