Propstei St. Gerold stellt sich für die Zukunft auf

Vorarlberg / 05.08.2015 • 19:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Haupthaus (gr. Bild) mit der ältesten Substanz wird in den nächsten Jahren saniert. Abgeschlossen sind indes die Arbeiten im Trakt gegenüber.  RP
Das Haupthaus (gr. Bild) mit der ältesten Substanz wird in den nächsten Jahren saniert. Abgeschlossen sind indes die Arbeiten im Trakt gegenüber.  RP

Bauetappe 1 der Rundumsanierung abgeschlossen, sechs Millionen Euro investiert.

St. Gerold. Es herrscht reges Treiben im großzügigen Areal der Propstei St. Gerold, die auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken kann und seit dem 13. Jahrhundert zum Benediktinerstift Maria Einsiedeln in der Schweiz gehört. Zwei erst vor wenigen Tagen aufgenommene Flüchtlingskinder aus Somalia spielen im Garten Fangen, Touristen genießen auf der Terrasse die Morgensonne und eine Tasse Kaffee und nur wenige Meter weiter widmen sich zwei Volksschulmädchen mit Down-Syndrom liebevoll einem Therapiepferd, an ihrer Seite Therapeutin Julia. Dass man in der Klosteranlage Wert darauf legt, ein Ort der Begegnung zu sein, muss Neo-Geschäftsführerin Birgit Sauter-Paulitsch nach diesen Eindrücken gar nicht weiter ausführen.

Doch ist die Propstei mit 130 Seminaren und 40 Konzerten jährlich auch ein wichtiger Veranstaltungs- und Weiterbildungsort. Im Laufe der kommenden Jahre werden die Räumlichkeiten im Zuge einer Rundumsanierung auf Vordermann gebracht. In die erste, soeben abgeschlossene Bauetappe wurden mehr als sechs Millionen Euro investiert. Erneuert wurden der Gastronomiebereich und der Klosterladen sowie Herbergszimmer und ein Veranstaltungsraum. „Besonders wichtig war uns neben einer reduzierten Ausstattung auch, dass die Arbeiten in den denkmalgeschützten Räumen mit größter Sorgfalt durchgeführt wurden“, betont Sauter-Paulitsch. Neu geschaffen wurde auch eine große Sonnenterrasse.

Fünf weitere Etappen

Wie die Geschäftsführerin informiert, sind fünf weitere Sanierungsetappen geplant. Als nächstes steht die Sanierung der Herberge auf dem Programm, die, sofern alles nach Plan läuft, bereits ab September/Oktober angegangen werden könnte. Anschließend soll das Haupthaus saniert werden. Finanziert werden die umfangreichen Arbeiten vom Kloster Einsiedeln, dem Land Vorarlberg, dem Denkmalamt und privaten Gönnern. Allein für die ersten vier Etappen werden mehr als 15 Millionen Euro budgetiert.

Auf lange Sicht möchte Sauter-Paulitsch den Betrieb auch vermehrt touristisch nutzen. Man wolle Unternehmer ebenso wie Privatpersonen und Gästegruppen ansprechen, die einen außergewöhnlichen Ort suchen. „Aber alles mit Bedacht, die Propstei soll schließlich ein Ort der Begegnung und Spiritualität bleiben.“

Uns war wichtig, die denkmalgeschützten Räumlichkeiten mit größter Sorgfalt zu sanieren.

Birgit Sauter-Paulitsch

Fakten Propstei

» Gebäude aus dem 11. Jahrhundert; Eigentümerin ist das Kloster Einsiedeln in der Schweiz

» Investition Sanierungsetappe 1 von 6: mehr als sechs Millionen Euro; Gastronomie, Terrasse, Klosterladen, Herberge teilweise erneuert

» weitere Etappen: Umbau der Herberge, Sanierung Haupthaus, neue Zimmer im „Riegelbau“, Adaptierungen im „Wyberhus“

» Planung: Hermann Kaufmann Architekten ZT GmbH, Schwarzach

» Nächtigungen Gästehaus: derzeit 10.000

Die Propstei St. Gerold lädt am 8. und 9. sowie am 15. und 16. August zum Tag der offenen Tür.