Polizei entdeckt Leiche eines Kleinkinds im Keller

Vorarlberg / 06.08.2015 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Schweizer Polizei sucht nach Zweijähriger und macht grausigen Fund. Eltern wurden festgenommen.

Thal. Einen grausigen Fund machten am Dienstag Beamte der Kantonspolizei St. Gallen. Im Keller eines Wohnhauses in Thal fanden sie die Leiche eines Kleinkindes. Die Beamten hatten das Haus durchsucht, um nach dem Wohlergehen eines zweijährigen Mädchens zu sehen, laut Polizei liegt der Verdacht nahe, dass es sich um die Leiche eben dieses Kindes handelt.

Eltern verdächtig

Tatverdächtig sind die Eltern des Mädchens, beide wurden festgenommen. Während für die 32-jährige deutsche Kindsmutter ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt wurde, befindet sich der 52-jährige Vater nach Angaben der Polizei in psychiatrischer Betreuung.

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Rorschach hatte die Polizei auf den Plan gerufen. Wie Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kapo St. Gallen gegenüber den VN erläuterte, hat die Mutter drei weitere Kinder die nicht bei ihr leben. Zwei von ihnen wollte sie nun zu sich in den Thaler Ortsteil Staad, kaum drei Kilometer von der Grenze zu Vorarlberg entfernt, holen. Dafür stellte sie einen Antrag bei der KESB, die daraufhin die Lebensverhältnisse der Familie überprüfte.

Behörden schlugen Alarm

Die zweijährige Tochter konnten sie jedoch nicht finden, „die Mutter war nicht bereit, Angaben zu ihrem Aufenthaltsort zu machen“, so Krüsi. Daraufhin schaltete die KESB die Staatsanwaltschaft ein, um wegen des Verdachts der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten zu ermitteln. Bei einer Hausdurchsuchung am Dienstag stießen die Beamten dann auf die Kinderleiche.

Noch keine Gewissheit

Der Leichnam ist zur Zeit nicht identifizierbar, wie Hanspeter Krüsi angibt. Das Institut für Rechtsmedizin St. Gallen wurde mit der Untersuchung des Leichnams beauftragt. Die Identität des Kindes steht demnach zwar amtlich noch nicht fest, die Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich um die gesuchte Zweijährige handelt.

Ob es Anzeichen von Gewalt oder einer anderen Todesursache gibt, darüber macht die Polizei keine Angaben, auch nicht zu einem möglichen Todeszeitpunkt. „Dabei handelt es sich um Täterwissen“, erläutert Krüsi. Das wolle man während der Ermittlungen zurückhalten.

Die Mutter machte keine Angaben zum Aufenthaltsort.

Hanspeter Krüsi