Brutale Misshandlung

Vorarlberg / 23.08.2015 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Beklemmende Details in Bonner Prozess: Entführungsopfer erlitt zahlreiche Wunden.

Bonn. Am Landgericht Bonn ging Ende vergangener Woche der Prozess gegen das Trio weiter, das einen 26-jährigen Gaschurner in ein Waldstück verschleppt und misshandelt haben soll. Wie WANN & WO in seiner Sonntagsausgabe berichtet, kamen dabei weitere Details zu der Tat ans Tageslicht.

Fotos als Beweis

So sollen die drei Deutschen um den 24-jährigen Haupttäter ihr Opfer mit einem Elektroschocker, einer Teleskop-Stahlrute, einem Ast und einer Pistole traktiert haben. Fotos, die im Gerichtssaal gezeigt wurden, ließen über den ganzen Körper verteilte schweren Prellungen, Platzwunden sowie blaue Flecken erkennen, die deutlich die Umrisse des Teleskop-Schlagstocks abzeichnen.

„War lustig“

Als Beweise dienten zudem diverse Handy-Protokolle. So solle einer der Komplizen unmittelbar nach der Tat seiner Freundin geschrieben haben: „War lustig, sage niemand, dass ich in Österreich war“. Seine Fassungslosigkeit brachte der Bruder des Opfers vor Ort gegenüber WANN & WO zum Ausdruck. „Als wir von diesen Textnachrichten hörten, lief es uns allen kalt den Rücken runter“, erzählt der Bruder des Opfers. „Wie kann man nur so gestrickt sein, dass es einen offensichtlich völlig kalt lässt, wenn man einen Menschen derart brutal zusammenschlägt und foltert? Und wenige Minuten darauf macht man Scherze oder fühlt sich stark?“

Urteil am Mittwoch

Die drei wurde von der Überwachungskamera einer Tankstelle in Lorüns gefilmt, wo sie ihr Fahrzeug auftankten. Die Täter sind teilweise geständig. Auf einen vom Anwalt des Haupttäters angebotenen Täter-Opfer-Ausgleich mit Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro gingen der Gaschurner und seine Anwältin vorerst nicht ein. Am morgigen Dienstag wird der Prozess fortgesetzt, ein Urteil wird für den kommenden Mittwoch erwartet.