Nepal weiter auf Hilfe angewiesen

Vorarlberg / 13.09.2015 • 20:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Nepalesen sind mehr denn je auf Hilfe angewiesen.  Chay-ya
Die Nepalesen sind mehr denn je auf Hilfe angewiesen. Chay-ya

Benötigt werden vor allem Häuser. Noch immer sind zahllose Menschen obdachlos.

Heidi Rinke-Jarosch

SCHWARZACH, KATHMANDU. (VN-hrj) Die verheerende Erdbebenkatastrophe in Nepal im Frühjahr ist infolge der aktuellen Flüchtlingsproblematik in den Hintergrund gerückt. Dabei sind die Nepalesen nach wie vor auf Hilfe angewiesen, vor allem in den abgelegenen Bergdörfern am Himalaya, wo noch immer zahllose Menschen kein Dach überm Kopf haben. Dort herrscht zum Teil alpines Klima. Das heißt, in wenigen Wochen beginnt dort der Winter.

Die von der Vorarlbergerin Sabine Klotz (31) gegründete Hilfsorganisation Chay Ya Austria begann unmittelbar nach den ersten Beben in der Region um Kathmandu betroffene Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Sobald es möglich war, Helikopter zu mieten, wurden die unzugänglichen Bergdörfer im Tsum-Tal im Himalaja mit Hilfsgütern beliefert.

Mitte September bis Ende Oktober ist Chay-Ya-Obfrau Sabine Klotz mit ihrem Team wieder vor Ort im Einsatz. Die Bewohner bekommen medizinische Hilfe, warme Kleidung und Schulmaterial. „Falls noch Budget vorhanden ist, lassen wir Zement und Eisenstangen für Privathäuser per Yak ins Tsum-Tal transportieren“, informiert Klotz.

Im Programm sind auch der Weiterbau des Gesundheitspostens in Lar, Kauf und Transport von Baumaterialen für erdbebensichere Häuser, Wiederaufbau von Schulen mit Spendengeldern der Landesregierung. „Geld brauchen wir im Moment am dringendsten für die Häuser im Tsum-Tal“, sagt Klotz, „auch für Lebensmittel für den Winter.“

Gegenseitige Unterstützung

Der Verein Namaste, den die gebürtige Nepalesin Maya Müller und ihr Ehemann Elmar aus Muntlix gegründet haben, unterstützt Cha Ya laufend mit Geldspenden. Im Herbst hilft Chay Ya dem Ehepaar vor Ort in Nepal, und zwar beim Einkauf und Transport von Baumaterial für das Dorf Archale, in dem Maya Müller Angehörige hat.

Saatgut benötigt

„Gerade jetzt brauchen die Nepalesen Hilfe“, bestätigt Theo Fritsche. Der Alpinist aus Nüziders war im April in Nepal und hat so die Beben hautnah miterlebt. Sofort habe er  über 30.000 Euro für Nothilfemaßnahmen eingesetzt, teilt der Gipfelstürmer mit, der 2007 seine erste Hilfsaktion – den Bau einer Schule – startete. Mittlerweile hat er in Nepal fünf Schulprojekte und ein Waisenhaus realisiert.

Von seiner letzten Nepal-Reise ist er vor Kurzem zurückgekehrt. Er habe dort die Aufbauarbeiten begleitet und 15 neue Häuser an Familien in einem Dort im Langtang-Tal übergeben: „Das Dorf hatte etwa 100 Häuser. Alle wurden zerstört.“ Zudem seien dort sehr viele Menschen ums Leben gekommen. Weiters brachte Fritsche den Bewohnern Mais-, Reis- und Hirsesamen. „Die Menschen dort brauchen das Saatgut, nachdem durch die Erdbebenkatastrophe auch die Ernte in diesem Jahr vernichtet wurde“, erklärt Fritsche.

48 neue Häuser

Ebenfalls aus Nüziders kommt Wolfgang Bartl (51), Gründer von „Let the children walk“. Diese Organisation unterstützt das Hospital and Rehabilitation Centre for disabled Children“ (HRDC) in der Stadt Banepa und die dort integrierte Schule. Eine Woche nach den Beben im April hatte sich Bartl nach Nepal begeben. Begleitet von einem einheimischen Freund fuhr er mit einem mit Hilfsmitteln angefüllten Jeep ins Langtang-Tal und verhalf 25 Familien zu neuen Häusern.

Ende Oktober wird Bartl zusammen mit seinem Sohn Alexander nach Nepal reisen: „Wir planen den Bau von 48 Häusern, die in mehreren unterschiedlichen Gebieten für große Familien errichtet werden können.“ Neben dem Wiederaufbau werden die kleinen Patienten des HRDC unterstützt.

Berglauf für Nepal

Seit 35 Jahren ist die Hilfsorganisation ROPKA in Nepal im Einsatz. Zu ihren Projekten zählen in erster Linie Bildung und Obdach. „Nach dem Erdbeben starteten wir mit Soforthilfemaßnahmen“, gibt der Schröckener Erik Leitner, Leiter von ROPKA Österreich, Auskunft.

Am 5. September wurde die jährliche „Seven Summits Tour Schröcken“ veranstaltet. Den Erlös – über 10.000 Euro – erhielt ROKPA für die Erdbebenhilfe in Nepal. Das Geld kann Leitner gut gebrauchen, denn „wir planen jetzt langfristige Projekte für den Wiederaufbau, insbesondere von Schulen“.

Jeder Euro für Notleidende

Diese kleinen Hilfsorganisationen haben gemeinsam, dass die Mitglieder ehrenamtlich helfen und jeder gespendete Euro den notleidenden Menschen zugute kommt.

Spendenkonten

Chay Ya Austria
www.chay-ya.com
„Erdbeben Tsum“ Spendenkonto Chay Ya, Raiffeisenbank am Bodensee
IBAN: AT50 3743 1000 0032 2974

Nepalhilfe Theo Fritsche
www.theofritsche.at
Raiffeisenbank Walgau/GWT
IBAN: AT85 3745 8000 3502 5220

Let the children walk
www.nepal.ltcwalk.bplaced.net
Raiba Bludenz
IBAN: AT54 3741 0000 0044 5130

ROPKA Österreich
www.rokpa.org
Spendenkonto
IBAN: AT20 3740 5000 0302 7810