Versiegelte Glücksspielautomaten in Bregenzer Lokal aufgebrochen

Vorarlberg / 24.09.2015 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Versiegelte Glücksspielautomaten: In der Bregenzer Bar wurden nicht weniger als 13 illegale Geräte betrieben. Symbolfoto: VN/Hofmeister
Versiegelte Glücksspielautomaten: In der Bregenzer Bar wurden nicht weniger als 13 illegale Geräte betrieben. Symbolfoto: VN/Hofmeister

Noch ist unklar, wer hinter Einbruch und Siegelbruch in einer geschlossenen Bar steckt.

Christiane Eckert

Feldkirch. Vier Jahre lang betrieb der 55-Jährige das Lokal, dann verpachtete er das Geschäft weiter an einen anderen Betreiber. Der stellte Spielautomaten auf, der Finanzpolizei gefiel das gar nicht. Laut Angeklagtem waren es insgesamt 13 Geräte. „Ich erhielt keinen Pachtzins, statt dessen war ich an den Einnahmen der Automaten beteiligt“, sagt der Bregenzer vor Gericht. Bei zehn Geräten sei er mit 25 Prozent beteiligt gewesen, bei zwei Automaten mit 50 Prozent und ein Automat sei sein Eigentum gewesen, weshalb er dort die gesamten Spieleinnahmen als Verdienst hatte, erzählt der Beschuldigte.

Doch nicht illegales Glücksspiel wird dem Mann in dem Verfahren am Landesgericht vorgeworfen, sondern Einbruchdiebstahl und Siegelbruch.

Betriebsschließung

Nach der Betriebsschließung durch die Finanzpolizei wurde nämlich in die Bar eingebrochen, wobei die von der Finanzpolizei an der Türe und den Automaten angebrachten Siegel zerstört wurden. Der ehemalige Lokalbetreiber bestreitet, ein Einbrecher zu sein. Er hätte ohnedies Schlüssel gehabt, wozu also einbrechen, so seine Verantwortung.

Die Videokamera filmte ihn kurz nach Mittag, als er die Räume durch die Brandschutztüre betrat, doch dann enden die Aufnahmen, denn der 55-Jährige hat einfach den Stecker der Überwachungsanlage gezogen. Auf die Frage, warum er das gemacht habe, antwortet der Verdächtige: „Es war ja kein Betrieb in dem Lokal, da dachte ich, da muss ja nicht die Videoüberwachung laufen.“

Richter Martin Mitteregger hakt nach, ob der Besucher nicht allenfalls verhindern wollte, dass er beim Aufbrechen der Automaten gefilmt werde. „Nein, ich hatte ja Schlüssel, warum sollte ich etwas aufbrechen?“, entgegnet der Beschuldigte dem Vorsitzenden.

Versehen

Dass er die Siegel an der Türe nicht gesehen hat, will niemand so recht glauben. „Sie sind genau in Augenhöhe“, verdeutlicht der Richter. „Sie waren schon kaputt und die Automaten waren auch schon aufgebrochen, ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun“, sagt der mehrfach Vorbestrafte. Zwei Zeugen werden gehört, doch sie können bei der Wahrheitsfindung nicht viel helfen, sie haben von dem Einbruch und der Beschädigung der Spielautomaten nichts mitbekommen und können nur über die Geschäftsbeziehungen erzählen.

Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft wissen sie wenig. Nun wurde nochmals vertagt. Ein Zeuge ist zurzeit im Urlaub.

Ich hatte ja Schlüssel, warum sollte ich etwas aufbrechen?

Der Beschuldigte