Ein Euro kommt dreifach zurück

Vorarlberg / 25.09.2015 • 21:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gutes Betriebsklima kann berufliche Schattenseiten abfedern.  KH
Gutes Betriebsklima kann berufliche Schattenseiten abfedern. KH

Land und Gebietskrankenkasse forcieren betriebliche Gesundheitsförderung mit neuem Fonds.

Dornbirn. (VN-mm) Die Tendenz verspricht Besserung. Trotz gestiegener Beschäftigungszahlen sind die Krankenstandstage rückläufig. Im Jahr 2000 standen noch 1,5 Millionen zu Buche, 2014 waren es 1,4 Millionen. Als Grund werden die Bemühungen vieler Betriebe um gesunde Mitarbeiter angeführt. „In Vorarlberg läuft diesbezüglich schon sehr viel“, bestätigt Anita Häfele, Geschäftsführerin des „fonds gesunde betriebe vorarlberg“. Dieser neugegründete Fonds soll jetzt weitere Anreize zur betrieblichen Gesundheitsförderung liefern. Er ist mit 170.000 Euro dotiert, die je zur Hälfte das Land und die Sozialversicherungen, allen voran die Gebietskrankenkasse (GKK) beisteuern. Unternehmen mit einem guten Konzept können bis zu 25.000 Euro aus dem Fonds lukrieren. Außerdem erhalten sie fachliche Unterstützung bei der Planung und Umsetzung.

Gesunde Lebensjahre

Gestern Freitag wurde der „fonds gesunde betriebe vorarlberg“ vorgestellt. Für Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (51) bieten sich Betriebe deshalb gut an, weil dort viele Menschen erreicht und damit konkret angesprochen werden können. „Speziell an Risikogruppen ist mit Gesundheitsförderung sonst schwer heranzukommen“, sagte Bernhard. Er hält gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen, die ein gesundes Altern zulassen und Menschen lange in Beschäftigung halten, für unumgänglich für Wirtschaft, Land und Gesellschaft.

GKK-Obmann Manfred Brunner (53) bezeichnete die betriebliche Gesundheitsförderung als eine der wesentlichen Säulen der Prävention. „Die Menschen erwarten sich von der GKK zwar in erster Linie, dass sie bei Unfall oder Krankheit eine gute Behandlung garantiert. Noch besser ist es jedoch, es gar nicht so weit kommen zu lassen“, meinte er. Und: „Oberstes Ziel sollte sein, mehr gesunde Lebensjahre zu erreichen, aber nicht durch Spitzenmedizin.“ Doch gerade bei den gesunden Lebensjahren hinkt Österreich trotz einer hohen Lebenserwartung hinter den skandinavischen Ländern her. Die Forcierung der betrieblichen Gesundheitsförderung sei deshalb nur konsequent. Dies vor allem, weil viele Erkrankungen durch den Lebensstil bedingt sind. „Die Menschen tragen Verantwortung auch für ihre eigene Lebenswelt“, betonte Brunner. Abgesehen davon rechnet sich die Sache. Ein Euro, der in Gesundheit investiert wird, kommt demnach dreifach zurück. Außerdem würden gesündere Mitarbeiter weniger Krankenstände bedeuten.

Kontinuierlicher Prozess

Anita Häfele, Geschäftsführerin des Fonds, sprach von nachgewiesenen positiven Effekten auf Körper und Psyche. Allerdings dürfe betriebliche Gesundheitsförderung nicht mit Angeboten zur Bewegung und Ernährung verwechselt werden. „Betriebliche Gesundheitsförderung braucht eine Verankerung im Betrieb und personelle Ressourcen“, erklärte Häfele. Außerdem müssten Arbeitsinhalte- und -organisation gesundheitsfreundlich gestaltet werden. Auch die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Planung von Maßnahmen sei wichtig. Vor allem aber sollte betriebliche Gesundheitsförderung ein kontinuierlicher Prozess sein.

Mitarbeiter sollen in die Planung mit einbezogen werden.

Anita Häfele

Informationen und Förderanträge können online unter www.fonds-gesunde-betriebe.at abgerufen bzw. eingereicht werden. Ein Kuratorium entscheidet über die Anträge.