Einen Sonnenschirm für eine feuchtfröhliche Runde stibitzt

Vorarlberg / 25.09.2015 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

67-Jähriger borgte sich Schattenspender aus, ohne den Besitzer zu fragen.

Bregenz. (VN) Der Pensionist befürchtet offenbar das Schlimmste, als er als Beschuldigter den Verhandlungssaal im Bezirksgericht Bregenz betritt. „Wo kann ich mich hier hinsetzen? Mir wackeln eh schon die Knie“, fragt er Richter Christian Röthlin.

Die Anklage lautet auf Vergehen des Diebstahls. Es geschah im Sommer. Irgendwo in Vorarlberg. An einem Hitzetag, als die Sonne vom Himmel brannte. Heiß und unbarmherzig auf die schwitzenden Köpfe einer „feuchtfröhlichen Runde“, wie es der Beschuldigte schildert.

„Ließ mich überreden“

Also was tun? „Sie kamen schließlich auf die Idee, dass ich für die Firma, bei der ich arbeitete, immer wieder Gastgärten anfahren würde“, fährt der 67-Jährige fort. Gastgärten, in denen Sonnenschirme für den nötigen Schatten sorgen würden. Und der jetzt auch hier gefragt war. „Da habe ich mich überreden lassen, aus dem Garten eines Restaurants einen Sonnenschirm zu besorgen“, gibt der Beschuldigte zu. „Und jetzt habe ich Trottel einen solchen Ärger wegen diesem depperten Schirm . . .“.

Aber es war nicht nur der Schirm alleine. Denn wenige Tage später (!) musste die „feuchtfröhliche Runde“ feststellen, dass der Schattenspender eigentlich nur mit einem ordentlichen Schirmständer tadellos seinen Zweck erfüllt. Also machte sich der Pensionist noch einmal auf den Weg. Und stibitzte auch den Ständer.

Sehr zum Missfallen des Eigentümers allerdings. Der Gastwirt erstattete Anzeige. „Aber ich habe alles wieder zurückgebracht. Ich schäme mich trotzdem wie ein Hund! In meinem Alter noch einen solchen Scheiß am Hals zu haben“, bereut der 67-Jährige offen und glaubwürdig seinen „Ausrutscher“ von damals.

Verschwundene Öllampen

Dann war da auch noch etwas mit geklauten „Öllämpele“, die aus einem anderen Restaurant verschwanden. Auch hier ist der Pensionist geständig. „Alles wieder zurückgebracht“, sagt der ansonsten Unbescholtene. Dies und das umfangreiche Geständnis veranlassen Richter Röthlin zu einem recht milden Urteil für das Vergehen des Diebstahls: 480 Euro Geldstrafe in der Form von 40 Tagsätzen in der Höhe von jeweils zwölf Euro.