Geld für Ferienwohnung veruntreut

Vorarlberg / 25.09.2015 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Unternehmer stand Wasser bis zum Hals, da wusste er sich nicht anders zu helfen.

Christiane Eckert

Feldkirch. (ec) Der 56-jährige Oberländer war bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Doch als Unternehmer sind ihm seine Schulden über den Kopf gewachsen. Schwere gesundheitliche Probleme seiner Frau und ein Todesfall im engsten Familienkreis kamen dazu. Der Mann befindet sich im Schuldenregulierungsverfahren, eine Million Euro betragen die Forderungen. Er selbst schlitterte ins Burn-out, konnte den Stress und Druck nicht mehr bewältigen. Da kam ihm 2011 eine Idee, die nun strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Er sitzt wegen Untreue vor Gericht.

Gelder abgezweigt

Der Mann verkaufte laut Anklage und seinem eigenen Geständnis damals als Geschäftsführer seiner Firma ohne Wissen seines Mitgesellschafters eine Ferienwohnung. Und zwar ging die Firmenwohnung um 80.000 Euro an einen Deutschen. Im Kaufvertrag wurden aber lediglich 50.000 Euro ausgewiesen und auf ein Firmenkonto überwiesen. 30.000 Euro schleuste man am Finanzamt vorbei, der Angeklagte steckte den Betrag ein. „7500 Euro hab ich meinem Geschäftspartner übergeben“, behauptet der Beschuldigte. Der Partner konnte dies bislang nicht bestätigen. „Ich habe keine Beweise“, sagt der Angeklagte.

Diversion diskutiert

Den restlichen Betrag von über 22.000 Euro habe er dazu verwendet, um Schulden bei seinen Verwandten zu bezahlen und die täglichen Lebenshaltungskosten zu decken, so der geständige Mann vor Gericht.

Die Verteidigung bemüht sich um eine Diversion, also eine Regelung mit einer Geldbuße, allerdings ohne Verurteilung. Die Familie wäre bereit, die 30.000 Euro innerhalb eines Jahres zurückzu­erstatten.

„Mein Mandant ist darüber hinaus geständig, unbescholten, befand und befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Situation“, plädiert der Verteidiger für diese Lösung. Richter Günther Höllwarth scheint von dieser Lösung nicht sehr angetan. „Die Schuld scheint mir nicht gerade gering zu sein“, merkt er an. Doch der Prozess muss ohnedies wegen eines noch fehlenden Zeugen vertagt werden.

Die Schuld scheint mir nicht gerade gering zu sein.

Günther Höllwarth