Minderjährige Flüchtlinge im Fokus

Vorarlberg / 25.09.2015 • 21:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gegenstand von Beratungen: minderjährige Flüchtlinge. Foto: VN
Gegenstand von Beratungen: minderjährige Flüchtlinge. Foto: VN

Jugendanwaltschaft macht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zum Thema.

Feldkirch, Bregenz. (VN-tw, mip) Vorarlberg wäre laut eines im Mai dieses Jahres gefassten Beschlusses der Landeshauptleute verpflichtet, Quartiere für 180 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, teilte Vorarlbergs Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch in einer Aussendung mit. „Tatsächlich werden derzeit nur 120 betreut, die Quote wird also nur zu zwei Drittel erfüllt“, betont Rauch. Und weist darauf hin, dass „auch die anderen Bundesländer bei der Erfüllung säumig sind“. Die Jugendanwaltschaft sehe „einen dringenden Bedarf, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Erstaufnahmezentren, insbesondere aus Traiskirchen, in kleinere Quartiere zu bringen.“

Neue Unterkunft in Dornbirn

Für die Betreuung minderjähriger Flüchtlinge seien bereits „Abklärungen im Gange, damit wir möglichst bald auch in diesem Bereich die Quote erfüllen können“, sagt Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (51, Grüne) in einer ersten Reaktion. Fixiert sei die Eröffnung einer von der Caritas betreuten Wohngemeinschaft in Dornbirn in der nächsten Woche für 30 minderjährige Flüchtlinge. Auch in Lustenau ist eine Unterkunft in dieser Größe geplant. In Bregenz könnte bald ein Gebäude neben dem Landhaus 30 minderjährigen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten.

Die Quartiersgröße ist vom Bund vorgeschlagen. Für Rauch eine Übergangslösung, um eine rasche Verbesserung der Betreuungssituation zu erreichen. Sie stellt aber aus Sicht der Kinder- und Jugendanwaltschaft keine Dauerlösung dar. Mittelfristig will Rauch, dass auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge die gesetzlichen Standards der Kinder- und Jugendhilfe gelten und der individuelle Unterstützungsbedarf im Rahmen eines Clearings erhoben wird. Dementsprechend sollen dann abgestimmte Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

Auch an den Bund richtet der Kinder- und Jugendanwalt Forderungen. Er will verbindliche Standards bei Aufnahme, Betreuung und Beratung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.