Tirol kauft eigenen Heli für Einsätze im Westen

25.09.2015 • 18:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ärger über Abzug von Bundesheer-Hubschrauber aus Vomp: Tirol kauft eigenen Heli und stellt ihn auch Vorarlberg zur Verfügung. Foto: apa
Ärger über Abzug von Bundesheer-Hubschrauber aus Vomp: Tirol kauft eigenen Heli und stellt ihn auch Vorarlberg zur Verfügung. Foto: apa

Nach Aus für Hubschrauberstützpunkt Vomp präsentieren Länder Alternativen.

Bregenz. Tirol nimmt den Katastrophenschutz selbst in die Hand. Nachdem Pläne über das Aus des Hubschrauberstützpunktes in Vomp bekannt wurden (die VN berichteten), hat Landeshauptmann Günther Platter gestern in Innsbruck angekündigt, einen eigenen Hubschrauber anschaffen zu wollen. Das Fluggerät soll 2,5 bis 4 Millionen Euro kosten und mit Sonderausstattung für Katastropheneinsätze ausgerüstet werden. Betrieben wird er vom Innenministerium. Einsatzgebiet ist der Westen des Landes. „Vorarlberg kann den Hubschrauber anfordern“, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner auf VN-Anfrage. Das sei das Ergebnis von Gesprächen mit Tirol. Kosten entstünden für das Land keine. Damit habe man eine brauchbare Ersatzlösung gefunden. Das Bundesheer wolle man dennoch nicht aus der Verantwortung lassen. Den Rückzug aus Vomp bezeichnet Wallner als Fehlentscheidung. Die Forderung bleibe aufrecht, dass bei einer sich anbahnenden Katastrophe ein Militärhubschrauber im Land stationiert sei.

Gespräche über Plan B

Die Landesregierung sucht weiter das Gespräch mit dem Verteidigungsministerium. Konkret gehe es um einen Plan B, erklärt Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler. „Wir wollen mit dem Ministerium verhandeln, dass bei einer Lawinenwarnstufe 3 bis 4 ein Hubschrauber fix in der Walgaukaserne stationiert ist.“ Vom Ministerium, so Schwärzler, gebe es, was diesen Plan betrifft, jedenfalls Gesprächsbereitschaft.

„Ärgerlich und absurd“

Eine deutlich härtere Gangart der Landesregierung beim Katastrophenschutz würden sich die Freiheitlichen erhoffen. „Statt Millionen für eine nicht effiziente und teure Lösung in die Hand zu nehmen, würde ich mir wünschen, dass die Landeshauptleute auf den Tisch klopfen und dem Treiben der Bundesregierung nicht länger tatenlos zusehen“, sagt FPÖ-Chef Dieter Egger. Es sei ärgerlich und absurd, dass das Bundesheer permanent Sicherheitsstrukturen ausdünne und die Länder mit Mitteln aus der eigenen Tasche eingreifen müssen. Bei der jetzt präsentierten „Tiroler Lösung“ gibt Egger zudem zu bedenken, dass die Wetterlage und Lawinengefahr in den beiden westlichen Bundesländern oft deckungsgleich sei. „Da ist die Frage, wo der Hubschrauber dann zum Einsatz kommt.“ Deshalb müsse die Forderung nach dem Erhalt des Stützpunktes Vomp aufrecht bleiben.

VN-Bericht vom 21. September.
VN-Bericht vom 21. September.