Weg der Hoffnung

25.09.2015 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Kolumbianischer Bischof und Pastoralamtsleiter arbeiten mit Klimabündnis Vorarlberg an Petition.

schwarzach. (VN-hrj) „Wir sind nach Vorarlberg gekommen, um mit unseren Partnern vom Klimaschutzbündnis über weitere Zusammenarbeit zu diskutieren“,  erklärt Luis Carlos Hinojosa Moreno, Pastoralamtsleiter der Diözese Quibdó im Department Chocó. Die derzeitigen Friedensverhandlungen zwischen kolumbianischer Regierung und FARC-Rebellen sowie deren Auswirkung für die Bevölkerung dieses krisengeschüttelten Staats im nördlichen Südamerika sind weitere Themen, die Moreno und Bischof Juan Carlos Barreto mit ihren Bündnispartnern erörtern. Die Allianz zwischen der Diözese Quibdó und dem Klimabündnis Vorarlberg besteht seit 1993.

In Chocó leben großteils Afro-Kolumbianer und indigene Völker in extrem schwierigen Verhältnissen. Ein Hauptgrund ist die seit über 50 Jahren dauernde kriegerische Auseinandersetzung zwischen Regierungstruppen und verschiedener Guerilla-Bewegungen, wie die FARC-Rebellen. Zudem ist Chocó eine von dichtem Regenwald gesegnete Küstenregion, die jedoch auch massiv gerodet wird. Das schadet der Biodiversität. So dienen die Kooperationsprojekte mit dem Klimabündnis Vorarlberg vorrangig dem Schutz der Natur. Unter anderem werden für die Kleinbauern Kleinwasserkraftwerke und Biogasanlagen gebaut. Zudem wird Bildung gefördert.

„Primär hat die Kooperation das Bewusstsein der indigenen und schwarzen Bevölkerung gestärkt, ihr Territorium zu verteidigen“, sagt Bischof Barreto. Zum Zweiten seien die Verhandlungen auf politischer Ebene zur Lösung der Probleme fortgeschritten. Und schließlich machen die Gemeinden jetzt mit europäischem Know-how eigene Projekte in Sachen Ernährung, Wasserversorgung, Bildung und Landwirtschaft. Wichtig sei auch, mit Hilfe des Klimabündnisses die Autonomie der Bevölkerung Chocós gegen die Interessen des Staates zu verteidigen, ergänzt Moreno. Dieser ermögliche nämlich internationalen Großkonzernen, das Land auszubeuten und die Natur zu zerstören.

Was die aktuellen Friedensverhandlungen zwischen Regierung und FARC-Rebellen betrifft, zeigt sich der Bischof „moderat optimistisch. Wir sind auf dem Weg der Hoffnung“. Die katholische Kirche habe den Prozess mitgetragen und sei demnach mitverantwortlich, dass man schon bei immerhin 60 Prozent der Verhandlungspunkte zu einer Übereinstimmung gekommen ist. „Die Kirche hat versucht, die Perspektiven beider Seiten zu kommunizieren“, erklärt Barreto. Es sei höchst an der Zeit, dass der bewaffnete und soziale Konflikt im Land sowie das wirtschaftliche Problem gelöst werden.

Gemeinsame Petition

Den Vorarlberg-Besuch nützen der Bischof und der Pastoralamtsleiter aus Kolumbien auch, um mit den Klimabündnis-Partnern an der gemeinsamen Petition zu arbeiten. Kernpunkte sind Territorialrechte, Schutz des Regenwaldes, Schutz der Menschen. „Diese Petition soll heuer noch unserer Regierung übergeben werden“, teilt Barreto mit. Moreno fügt hinzu: „Wir werden sie auch beim Klimagipfel in Paris vorstellen.“

Die katholische Kirche hat den Prozess mitgetragen.

Juan Carlos Barreto

Die Autonomie der Bevölkerung muss verteidigt werden.

Luis Carlos Hinojosa Moreno

Friedensgebet und Agape mit Bischof Juan Carlos Barreto und Luis Carlos Hinojosa Moreno
Kapuzinerkloster Feldkirch, Bahnhofstraße 4
Samstag, 26. September, 18:30 Uhr