Dornbirn ist die Stadt der Bergschulen

Vorarlberg / 27.09.2015 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Volksschule Gütle musste noch vor zwei Jahren um ihre Zukunft bangen. Foto: Hagen
Die Volksschule Gütle musste noch vor zwei Jahren um ihre Zukunft
bangen. Foto: Hagen

Fünf von 14 Volksschulen der Messestadt befinden sich in den Bergregionen.

Dornbirn. (ha) Die größte Stadt des Landes ist auch die Stadt der kleinen Bergschulen. Rund 150 Buben und Mädchen drücken in Watzenegg, Heilgereuthe, Kehlegg, Gütle und Winsau die Schulbank. Zusammenlegungen, um Personal und Kosten zu sparen, sind für die nächsten paar Jahre nicht geplant.

Eine Bergschule musste allerdings wegen Schülermangel für immer zusperren: Seit Herbst 2014 ist die Schule im Ebnit Vergangenheit. Für die kleine Walsergemeinde auf 1100 Meter Seehöhe ein herber Verlust, denn viele Generationen von Ebnitern und Ebniterinnen absolvierten ihre Pflichtschulzeit im eigenen Dorf und trugen damit auch ihren Teil zu einem lebendigen kulturellen Leben am Fuße der Großen Klara bei.

Fortbestand gesichert

Es ist auch noch nicht lange her, dass zudem über die Zukunft anderer Bergschulen, wie etwa die Volksschulen Heilgereuthe, Winsau oder Gütle, diskutiert wurde. Das kam bei der betroffenen Bevölkerung und auch bei einigen Politikern nicht gut an. Dornbirns zuständiger Stadtrat Werner Posch (56) von der SPÖ wehrte sich erfolgreich: „Die Vorschläge seitens der Stadt, Kleinschulen zusammenzulegen oder aufzulösen, habe ich von Beginn an abgelehnt.“ Besonders gewackelt hat der Schulstandort Gütle. Inzwischen sind die Diskussionen nicht zuletzt wegen starken Gegenwindes verstummt, weiß Posch: „Durch die großartige Unterstützung von Lehrpersonen und Eltern durch Unterschriftenaktionen konnte der Erhalt der Bergschulen gesichert werden. Der Stadtrat beschloss, dass auch jene Kleinschulen, deren Fortbestand infrage gestellt wurde, mindestens weitere acht Jahre bestehen bleiben. „Eine langfristige Absicherung war für mich wichtig, damit nicht jedes Jahr eine neuerliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Bergschulen geführt wird und Eltern und Lehrpersonen längerfristig planen können“, so Posch.

Die Stadt Dornbirn ist als Schulerhalterin für 14 Volksschulen, ein Sonderpädagogisches Zentrum, fünf Mittelschulen, eine Polytechnische Schule sowie eine Fachschule für wirtschaftliche Berufe zuständig.

Über 1000 Kindergärtler

1087 Mädchen und Buben zwischen drei und sechs Jahren besuchen dieses Jahr einen der städtischen Kindergärten. Auch für die Dreijährigen ist gesorgt, berichtet Michael Walter, zuständiger städtischer Mitarbeiter für Familien, Kinder und Schulen: „95 Prozent der Dreijährigen werden außer Haus betreut, davon zirka 35 Prozent im Kindergarten, der Rest in Spielgruppen und Kleinkinderbetreuungseinrichtungen. Bisher konnten alle Flüchtlingskinder in Spielgruppen, Kindergärten und Schulen untergebracht werden. „Für Herbst liegen keine Anmeldungen vor, diese werden dann akut, wenn Familienzusammenführungen stattfinden“, so Walter.