Ärger mit Einspritzpumpe endet vor Gericht

28.09.2015 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Motorteil bestellt, die Bezahlung jedoch aus Trotz verweigert.

Bregenz. (VN-gs) Der 30-jährige Bregenzer ist noch heute beleidigt. Sein Zorn richtet sich gegen einen deutschen Lieferanten. Einer, bei dem er im vergangenen Sommer eine Einspritzpumpe für seinen Pkw bestellt hatte. Mit dem Versprechen, der Bregenzer würde das Teil bereits innerhalb von drei Tagen in seinen Händen halten.

Doch daraus wurde nichts. Von der Pumpe keine Spur. Und auch nach einer zweiten Bestellung keine Lieferung. „Die deutsche Post streikt“ hieß des Lieferanten Begründung nach einer ersten Beanstandung.

„Stutzig gemacht“

„Das hat mich stutzig gemacht. Da ist was faul, sagte mir der gesunde Menschenverstand“, so der 30-Jährige am Bezirksgericht Bregenz. Denn hier sitzt er nun als Beschuldigter. Wegen Betrugs. Wie konnte es zu dieser Anklage kommen? Tatsächlich traf die Einspritzpumpe eines Tages ein. Doch den Preis von 699 Euro per Nachnahme blieb der Kunde schuldig. Weil er der Sendung nicht mehr vertraute. „Plötzlich stand er dann vor der Tür, der Karton mit der Pumpe. Doch ohne Beschriftung oder Garantie. Wie also sollte ich wissen, ob das Teil nicht defekt ist? Und dafür auch noch den halben Motorblock ausbauen müssen?“, begründet er vor Richter Christian Röthlin sein Misstrauen von damals.

„Sonst wirst du bluten“

Und dann auch noch diese beleidigende Drohung per E-Mail vom deutschen Gläubiger: „Er schrieb mir dann: ‚Du wirst sofort bezahlen, sonst wirst du bluten!‘“, behauptet der Beschuldigte. Und legt einen schriftlichen Ausdruck dieses E-Mails vor. „Aus Trotz habe ich mich daraufhin geweigert, diese Rechnung zu begleichen. Bis schließlich die Polizei vor der Türe stand. Als ob die nichts Besseres zu tun gehabt hätte“, fügt der 30-Jährige vor dem Richter noch hinzu.

Schließlich habe er den Betrag dann doch bezahlt. Und zwar im Zuge der Einvernahme durch die Polizei. Richter Röthlin glaubt nach dieser Geschichte nicht an eine vorsätzliche betrügerische Handlung. Schließlich war der Angeklagte damals zahlungsfähig und auch -willig. Er spricht den Bregenzer frei. Worauf Bezirksanwalt Stefan Willi volle Berufung anmeldet.