Die Länder fordern mehr Geld

29.09.2015 • 17:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mehr Mittel für Deutschkurse gefordert. Land installiert mobiles Einsatzteam.

Bregenz, Salzburg. Nun kennen sie ihn also, ihren neuen Koordinator: Die
Landesflüchtlingsreferenten der Bundesländer trafen am Dienstag in Salzburg erstmals auf den neu installierten Flüchtlingskoordinator des Bundes, Christian Konrad (72). Der zuständige Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP, 62) zog nach seinem Besuch folgendes Fazit: „Es war ein erstes Kennenlernen. Ich habe den Eindruck, dass sich Christian Konrad im Vorfeld sehr genau über die Anliegen der Länder informiert hat.“ Besprochen wurde vieles, vor allem das Geld. Die Bundesländer fordern mehr Mittel für Quartiere, für Betreuung und speziell für Deutschkurse. „Wir müssen wissen, wie es nächstes Jahr mit der Finanzierung ausschaut“, sagt Schwärzler.

Budgetsicherheit

In Vorarlberg können bereits Asylwerber Deutsch lernen. Dazu kommen Kurse für Konventionsflüchtlinge und für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). Einige dieser Kurse werden vom Bund mitfinanziert. Um das Budget für nächstes Jahr erstellen zu können, wollen die Länder wissen, ob es zumindest so bleibt. Zwar sei bereits beschlossen worden, dass der Tagsatz erhöht wird, sagt Schwärzler, aber: „Die Anzahl der Flüchtlinge wächst. Manche Beträge des Bundes sind gedeckelt, da müssen wir schauen, dass die Länder nicht weniger bekommen.“ Dasselbe gelte bei den Quartieren. „Der Bund muss klarstellen, wie er für nächstes Jahr plant“, fordert Schwärzler. Quartiere werden nicht nur in Vorarlberg gesucht. Christian Konrad soll Lagerhallen anmieten lassen, für den Fall, dass Deutschland die Grenzen schließt. Außerdem suche der Bund winterfeste Quartiere.

Ein weiteres Thema, das in Salzburg diskutiert wurde, ist der Arbeitsmarkt. Die Flüchtlingsreferenten besprachen Ideen, wie Bildungsabschlüsse und Berufsqualifikationen schneller anerkannt werden könnten.

Über 200 Schüler

Indes veröffentlichte Vorarlbergs Bildungslandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP, 56) die Zahl der Flüchtlinge an Vorarlbergs Schulen. Vor zwei Wochen begann das neue Schuljahr. 80 Flüchtlinge zwischen sechs bis 14 Jahren wurden neu in Vorarlbergs Pflichtschulen aufgenommen. Damit befinden sich 203 geflüchtete Kinder im Unterricht. Das sind 0,6 Prozent aller Schüler.

Die meisten Kinder, nämlich 80, sind laut Mennel im Bezirk Bregenz untergebracht, gefolgt von Bludenz mit 54. Zur Unterstützung der Schüler wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Landesschulrats eingerichtet. Diese Gruppe soll als Informationsplattform für Kindergärten und Schulen dienen. Zudem wurde ein mobiles Einsatzteam aus mehrsprachigen Lehrpersonen gegründet. Die Pädagogische Hochschule in Feldkirch wird ihr Fortbildungsprogramm erweitern, um Lehrern den Umgang mit jungen Flüchtlingen zu erleichtern.

Wir müssen wissen, wie es nächstes Jahr aussieht.

Erich Schwärzler