Eine historische Stätte für die Marktgemeinde

30.09.2015 • 17:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pirmin Hagen mit einer seiner kostbaren Druckmaschinen. Heute eröffnet das Druckmuseum. Foto: VN/Hofmeister
Pirmin Hagen mit einer seiner kostbaren Druckmaschinen. Heute eröffnet das Druckmuseum. Foto: VN/Hofmeister

Lustenau wird um ein Stück Kultur reicher. Rundgang mit einem „Museumsdirektor“.

Lustenau. (nat) Was verbindet einen schaffenden Künstler mit schweren Maschinen, Pressen und Platten? Wer diese Frage beantwortet haben will, möge im Haus Hofsteigstraße 21 in Lustenau vorbeischauen. Dort fungiert ab heute der 33-jährige Dornbirner Pirmin Hagen als Chef des neuen Druckmuseums Lustenau. Hagen übernahm die Objekte des Druckvereins Dornbirn, dessen Mitglied er war und dessen Museum „druck werk“ im Jahre 2011 aus Kostengründen schließen musste.

Plattform für Künstler

Einen Tag vor der heutigen Eröffnung lud er die VN zu einem Rundgang ein und gab dabei „druckreife“ Einblicke in seine Gefühlswelt in Verbindung mit seinem Projekt, das der Marktgemeinde einen kulturellen und erlebnismäßigen Mehrwert bringen soll. „Das Druckwerk soll nicht nur eine Produktionsstätte werden, sondern auch als Infrastruktur für Künstler, Grafiker und Drucker dienen“, formuliert Hagen seine Ansprüche an die neue Einrichtung mit den alten Maschinen.

Zehn Maschinen

In den Räumlichkeiten des Museums befindet sich nahezu alles, was die Herzen passionierter Drucker höher-schlagen lässt: Handabzugpressen für künstlerische Drucke, eine Reiberpresse, eine Vorrichtung für Siebdruck, Maschinen für Schriftsätze. Insgesamt zehn altehrwürdige Objekte erquicken das Auge des Betrachters. Eine Lieblingsmaschine hat Pirmin Hagen nicht. „Ich benutze alle sehr gerne, einen Favoriten gibt es für mich nicht wirklich. Vorzugsweise arbeite ich aber mit dem Lithographiedruck“, erklärt der frischgebackene Museumsdirektor.

Die Idee einer offenen Werkstatt kam ihm gemeinsam mit Partnerin Christine Katscher. „Schon während unserer Studienzeit merkten wir, dass es für Künstler hierzulande nicht einfach ist, an zugängliche Druckmaschinen zu kommen, und selbst kann sich kaum einer solche Geräte leisten.“

Montags offen

Nach der Schließung des „druck werk“ begaben sich die Vereinsmitglieder auf die Suche nach einem neuen Standort und wurden in der ehemaligen Stickerei von Gernot Grabher in Lustenau fündig.  Nach der heutigen Eröffnung wird das Museum vorläufig an Montagnachmittagen zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet sein. Ab Jänner 2016 sollen die Öffnungszeiten dann erweitert werden.
Die Eröffnung findet heute ab 19 Uhr statt.

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