Immer mehr entscheiden sich für eine vegetarische Lebensweise

Vorarlberg / 30.09.2015 • 18:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Immer mehr Menschen setzen auf pflanzliche Kost und verzichten auf Fleisch und Fisch. Foto: VN/Steurer
Immer mehr Menschen setzen auf pflanzliche Kost und verzichten auf Fleisch und Fisch. Foto: VN/Steurer

Heute, am 1. Oktober, wird der Internationale Weltvegetariertag gefeiert.

Schwarzach. Er wurde anlässlich des Welt-Vegetarier-Kongresses 1977 in Schottland von der „North American Vegetarian Society“ eingeführt und erinnert jedes Jahr an die Vorteile einer fleischfreien Lebensweise. „Wenn man viel frisches Obst und Gemüse konsumiert bzw. in den täglichen Speiseplan einbaut, dann ernährt man sich sehr gesund und beugt Zivilisationskrankheiten wie Krebs vor“, sieht Verena Sgarabottolo, Ernährungswissenschaftlerin und Projektleiterin beim Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks), in der vegetarischen Ernährung Vorteile. Die klassische vegetarische Ernährung besteht aus pflanzlichen Lebensmitteln und aus Produkten vom lebenden Tier wie Eier, Milch und Milchprodukte. Wer ausschließlich pflanzliche Lebensmittel konsumiert hat sich für die konsequenteste Form des Vegetarismus, den Veganismus, entschieden. Die vegetarische Ernährungsweise hat in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Laut einer repräsentativen IFES-Studie aus dem Jahr 2013 geben 9 Prozent der österreichischen Bevölkerung an, entweder vegan oder vegetarisch zu leben.

840.000 Vegetarier

Die Steigerung seit dem Jahr 2005 ist enorm: Laut EU-Eurobarometer gab es damals lediglich 2,9 Prozent Vegetarier in Österreich (230.000 Menschen). Heute sind es 10 Prozent bzw. 840.000 Menschen. Weitere 84.000 Österreicher leben vegan. Die Gründe, warum sich immer mehr Menschen für eine fleischfreie Ernährung entscheiden, sind vielfältig. Tierliebe und Kritik an der Massentierhaltung, der Wunsch nach aktivem Klima- und Umweltschutz, die Problematik des Welthungers sowie gesundheitliche Probleme spielen eine Rolle. Für etwa 63 Prozent der Vegetarier spielen moralisch-ethische Gründe die größte Rolle, um Fleisch dauerhaft vom Speiseplan zu streichen.

Wie Vegetarier Vitamin- und Mineralstoffmängeln vorbeugen können

» Abwechslung macht den Meister: Essen Sie abwechslungsreich und vielseitig. Schöpfen Sie aus der Vielfalt an Lebensmitteln, die die Natur uns bietet.

» Eiweißquellen clever kombinieren: Durch die Kombination von unterschiedlichen Eiweißquellen kann die Verwertbarkeit von Eisen gesteigert werden. Gute Kombinationen sind Kartoffeln mit Ei oder Käse, Getreide mit Ei oder Milchprodukten, Hülsenfrüchte mit Ei oder Getreide. Als Ergänzung bieten sich auch eiweißreiche Produkte aus Soja (z. B. Tofu) oder Weizen (Seitan) an.

» Eisen nicht außer Acht lassen: Pflanzliches Eisen wird vom Körper schlechter aufgenommen als tierisches. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Mahlzeiten immer mit Vitamin C­ kombinieren. Schneiden Sie also Obst in Ihr Müsli, essen Sie Gemüse zum Abendbrot und bauen Sie grüne Gemüsesorten und Kräuter in Ihre Speiseplangestaltung ein.

» Alternative Vitamin B-12-Quellen nutzen: Die beste Quelle für Vitamin B 12 ist Fleisch. Wer kein Fleisch isst, sollte für eine ausreichende Versorgung unbedingt auf Alternativen zurückgreifen. Gute Quellen sind neben Milchprodukten auch vergorene und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Sojaprodukte.

» Flüssige Omega-3-Quellen verwenden: Wer keinen Fisch isst, sollte seinen Omega-3-Bedarf anderweitig decken. Hier bieten sich pflanzliche Öle wie Raps-, Lein-, Soja- und Walnussöl (bzw. Walnüsse) an. Ideal sind 1 bis 2 Esslöffel pro Tag. Verwenden Sie Rapsöl zum Kochen und Braten und andere Ölsorten für Salate und kalte Vorspeisen.

» Zinkversorgung im Auge behalten: Auch für Zink ist Fleisch normalerweise der beste Lieferant. Bauen Sie daher ganz bewusst ein „Mehr“ an anderen Zinkquellen wie Milch- und Milchprodukte und Vollkorngetreide in Ihren Speiseplan ein.

» Sonne tanken: Ein Spaziergang im Freien trägt zur Eigensynthese von Vitamin D bei, ein ausreichender Aufenthalt an der frischen Luft ist daher besonders wichtig.