65 Jahre eisern beisammen

01.10.2015 • 16:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Paar an seinem Hochzeitstag.
Das Paar an seinem Hochzeitstag.

Feldkirch. Heute, am 2. Oktober, ist es 65 Jahre her, dass Frieda und Ferdinand Burtscher im Kapuzinerkloster in Feldkirch den Bund der Ehe schlossen. Beide wurden 1920 in Fontanella geboren. Ferdinand war das neunte Kind und verlor seinen Vater im Alter von sechs Monaten. Er wuchs auf einem abgelegenen Bauernhof auf und musste mit 18 Jahren in den Krieg ziehen. Später erlernte Ferdinand das Schreinerhandwerk.

Frieda verlor ihre Mutter im Alter von drei Monaten und kam zu einer Pflegefamilie. Mit zwölf Jahren musste sie wieder zu ihrem Vater auf den Bauernhof, um dort den Haushalt zu führen. Einige Jahre arbeitete sie im örtlichen Konsum. 1950 heirateten Ferdinand und Frieda und übernahmen das kleine Anwesen von Daniel Dobler, dem Vater von Frieda. 1952 und 1953 wurden die Söhne Paul und Tobias geboren. Am 11. Jänner 1954 zerstörte die Lawinenkatastrophe das Familienglück und das ganze Haus. Die zwei Kinder starben dabei, nur Frieda und Ferdinand wurden wie durch ein Wunder aus den Trümmern und Schneemassen unverletzt geborgen.

Nun galt es wieder von vorne zu beginnen und das Haus aufzubauen. Im Dezember 1954 kam der dritte Sohn zur Welt, der wiederum Paul getauft wurde, und 1959 wurde Tochter Annelies geboren. Ferdinand und Frieda betrieben jahrzehntelang eine kleine Landwirtschaft, mit der sie auch die Berufsausbildungen von Paul und Annelies ermöglichten. Diverse Schreinerarbeiten in der Werkstatt und die Feriengäste im Sommer waren für die Familie eine zusätzliche Erwerbsmöglichkeit. Mit Freude pflegte Frieda den Gemüsegarten und die Blumen, nähte und strickte in den Wintermonaten und sang beim Kirchenchor viele Jahre. Ferdinand war jahrelang in der Gemeindevertretung und als Kassier bei der Sennereigenossenschaft tätig. Sein musikalisches Talent zeigte er auf der Klarinette über viele Jahre bei der Musikkapelle Fontanella.

Das Schicksal der Lawinenkatastrophe haben Ferdi und Frieda mit gläubiger Haltung angenommen und immer mit Zuversicht und Zielstrebigkeit das Beste aus den kargen Gegebenheiten ihres Bergbauerndaseins gemacht. Mit großer Freude erlebten sie 1980 die Priesterweihe und Primiz ihres Sohnes Paul, der derzeit in Bildstein und Schwarzach tätig ist. Ihre Tochter Annelies, die in Bludesch eine Familie gründete, wurde Lehrerin. Der Enkel Klemens vervollständigte das Familienglück. Mit zunehmendem Alter wurde die Landwirtschaft beschwerlicher. Mit Wehmut wurden die fünf Kühe verkauft, und sie zogen in der harten Winterzeit zur Familie ihrer Tochter, die ihnen eine eigene Wohnung im Haus ermöglichte. Seit 2008 wohnen sie nun ganzjährig in Bludesch. Im Herzen sind Ferdi und Frieda aber immer noch mit ihrer Heimatgemeinde Fontanella verbunden, interessieren sich für das Dorfgeschehen und freuen sich über Anrufe und Besuche.

Geistig rüstig erfreuen sie sich relativ guter Gesundheit und gestalten ihren Alltag. Aus dem täglichen Gebet miteinander schöpfen sie Frieden und innere Ruhe und harren gefasst dem Ende dieses Lebens.

Wir wünschen dem eisernen Jubelpaar von Herzen alles Gute und noch eine glückliche, gesunde Zeit im Kreise der Familie.

65 Jahre fest verbunden.
65 Jahre fest verbunden.