Allerhand los . . .

02.10.2015 • 16:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

In der Wirtschaft

Um ins „Geschäft“ zu kommen, werden Hunderttausende Autos manipuliert, Hauptsache der Rubel rollt, verantwortliche Manager bekommen dafür Abfindungen und Pensionen in Millionenhöhe: die Gier scheint grenzenlos zu sein – falsch: ist grenzenlos! Der Wohlstand, oder was immer man darunter verstehen mag, wird durch Betrug erwirtschaftet.

Dazu lese ich im Alten Testament, beim Propheten Amos: „Hört her, ihr Ausbeuter! Euer ganzes Tun zielt darauf ab, die Armen im Land zu ruinieren. Ihr sagt: Da können wir unsere Speicher öffnen und Korn verkaufen; das Getreidemaß kleiner machen und das Gewicht, mit dem man Silber zur Bezahlung abwiegt, größer, die Waagbalken verstellen und sogar noch den Abfall mit Gewinn loswerden!

Ihr macht die Armen zu euren Sklaven und seid noch stolz darauf!“ (Am 8,4f). Und weiter lese ich: „Ich hasse eure Feste und kann eure Feiern nicht ausstehen! Hört auf mit dem Geplärr eurer frommen Lieder und sorgt lieber dafür, dass jeder Mensch zu seinem Recht kommt!“ (Am 5,21 f)

Im Nahen Osten und bei uns

Millionen Syrer auf der Flucht (von den Afghanen und den Menschen in Afrika gar nicht zu reden). Muslimischer „Bruderkrieg“ zwischen Sunniten, Schiiten, Alawiten, Kurden, und auch zwischen den Israelis und den Palästinensern kriselt es wieder ganz gewaltig. Wir, „die Kleinen“ müssen hilflos zusehen, wie bis zum heutigen Tag Völker und Staaten zum Spielball der sogenannten „politisch und wirtschaftlich Mächtigen“ werden, ohne Rücksicht auf Verluste!

Dank an alle, bei uns, die sich noch ein offenes Ohr und ein offenes Herz für die Nöte der Menschen bewahrt haben – auch wenn wir darin überfordert werden. Dank an alle, die tatkräftig mithelfen, Nöte zu lindern und nicht bloß von der „Zuschauertribüne“ aus menschenverachtende Kommentare – als einzigen Beitrag – dazu liefern.

In der Amtskirche

Papst Franziskus hat Bischöfe nach Rom eingeladen, um die Thematik Familie, Ehe und Sexualität „auf Vordermann“ zu bringen. Ein schwieriges Unterfangen, weil auch hier die verschiedensten Vorstellungen und Meinungen auf­einanderprallen werden. Allein diese Thematik füllt Bücherregale.

Von mir (aus der Praxis) nur eine „kleine Nebenher-Bemerkung“ zum Thema „kirchlich geschlossene Ehe – als Sakrament“: Da ich einen „Sprachfehler“ habe (= ich kann sehr schwer „nein“ sagen), komme ich in den Genuss, viele Trauungen zu haben.

Dabei fällt mir auf, dass die wenigsten Brautpaare überhaupt noch „wissen“, dass die kirchlich geschlossene Ehe ein „Sakrament“ ist und dass das ganze auch mit Jesus Christus und mit „Kirche“ zu tun hat. „Sakramental geschlossene Ehe“? Ich hole das Paar vor der Kirche ab und frage: „Na, wie geht’s euch?“ Ich bekomme zur Antwort: „Du, Trenti, recht gut! Wir haben gerade beim Herfahren zur Kirche zueinander gesagt: wenn’s gar nicht geht, geh’n wir halt wieder auseinander!“

So, so *kopfkratz*! Und 15 Minuten später geben sie sich das „Ja-Wort“ auf Leben und Tod! Sakramental geschlossen? Nein! So gesehen hat Papst Franziskus recht, wenn er die Modalitäten zu einer Aberkennung der kirchlichen Ehe „vereinfacht“ hat! Denn viele „kirchlich geschlossene Ehen“ haben nichts mehr mit Kirche und Sakrament usw. zu tun. Wichtig ist nur der „Rahmen“; ein religiöses Lied, während der kirchlichen Trauung findest du selten (scheint auch nicht wichtig zu sein).

In unseren Pfarrgemeinden

sind im Monat Oktober überall Erntedankgottesdienste! Dabei kommen Menschen zusammen, um Gott und einander dafür zu danken, was unser Leben wirklich reich und geglückt macht! Dort, wo der Mensch nur auf sich selbst baut und Gott aus seinem Leben verdrängt, dort geschieht vieles, was ich unter Punkt 1.), 2.) und 3.) kurz angedacht habe! Was der Mensch sät, erntet er!

Roland Trentinaglia, Pfarrverband Hörbranz, Hohenweiler