Ein Jahr Schwarz-Grün: Benotung ist durchwachsen

Vorarlberg / 02.10.2015 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit einem Jahr bei der Arbeit: die schwarz-grüne Landesregierung.
Seit einem Jahr bei der Arbeit: die schwarz-grüne Landesregierung.

Ein Jahr Schwarz-Grün in Vorarlberg. VN ziehen mit großer Umfrage eine Jahresbilanz.

Schwarzach. Knapp zwölf Monate sind ins Land gezogen, seit sich die Vorarlberger Volkspartei mit Landeshauptmann Markus Wallner (48) und Grünen-Chef Johannes Rauch (56) auf eine Regierungszusammenarbeit geeinigt haben: am Mittwoch, 15. Oktober 2014 wurde die erste Koalition zwischen Schwarz und Grün in Vorarlberg angelobt. Zur Erinnerung: Wallner war aufgrund des Verlustes der absoluten Mehrheit im Landtag dazu gezwungen, einen Partner auf die Regierungsbank zu holen.

Mehrheit für Schwarz-Blau

Die vor der Koalition mit den Grünen über 35 Jahre hinweg gepflegte Regierungspartnerschaft zwischen Volkspartei und Freiheitlichen erfreut sich hierzulande nach wie vor überraschend vieler Befürworter: satte 30 Prozent plädieren laut VN-Umfrage für eine schwarz-blaue Regierungsform auf Landesebene. „Dies sind analoge Fazite wie in den Vorjahren. Man war diese Form gewohnt“, erklärt Marktforscher Edwin Berndt (70), der im Auftrag der VN die Umfrage erstellt hat. Nur 23 Prozent der Befragten hätten sich für die schwarz-grüne Koalition ausgesprochen. „Diese Form hat noch keine lange Tradition, man ist sie noch nicht gewohnt.“

VP-Alleinregierung „verpönt“

Von der absoluten Macht der Volkspartei wollen im Land offenbar nur mehr wenige etwas wissen. „Eine Alleinregierung der Volkspartei ist wegen der zu großen Machtfülle verpönt, nur sieben Prozent haben sich dafür ausgesprochen. Die Menschen wollen vielfach Konsens, Kooperation und eine Aufteilung der Macht.“ Für eine Zusammenarbeit zwischen Volkspartei und Sozialdemokraten plädieren hingegen gerade mal zwölf und für Volkspartei und Neos gar nur sieben Prozent.

Befriedigend für Schwarz-Grün

Die Leistungen und die Arbeit der schwarz-grünen Landesregierung werde von 35 Prozent der Befragten mit den Noten 1 oder 2 positiv beurteilt. 29 Prozent der Befragten stellten der jetzigen Koalition die Note befriedigend aus und 32 Prozent benoteten mit schlecht oder sehr schlecht. „Der Mittelwert für die derzeitige Konstellation liegt bei nur 3,01.“ Deutlich besser sei vergleichsweise die Arbeit der Alleinregierung der Volkspartei 2012/2013 beurteilt worden: 40,5 Prozent waren damals zufrieden. Als „miserabel“ falle hingegen wieder das Image für die Bundesregierung von Volkspartei und Sozialdemokraten aus.

Dass die Landes-VP weiter verliert, ist nicht verwunderlich.

Edwin Berndt, Marktforscher