„Wer viel Liebe gibt, bekommt viel zurück“

Vorarlberg / 02.10.2015 • 19:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit „Skalli“ geht Vera Grosselj fast jeden Tag zwei Stunden spazieren.  Foto: VN/Steurer
Mit „Skalli“ geht Vera Grosselj fast jeden Tag zwei Stunden spazieren. Foto: VN/Steurer

Das Tierschutzheim freut sich über 15 fixe ehrenamtliche Mitarbeiter. Vera Grosselj (69) ist eine von ihnen.

Dornbirn. (VN-kum) Vera Grosselj fährt für ein paar Tage in ihre alte Heimat nach Slowenien. Dass sie eine Zeit lang weg ist, kann die Dornbirnerin nicht gut mit sich vereinbaren. „Es tut mir leid, dass ich gebucht habe“, entschuldigt sie sich praktisch, noch bevor sie die Reise angetreten hat. Ihr Bedauern hat einen Grund: „Ich werde die Tiere vermissen.“ Gemeint sind die Tiere im Vorarlberger Tierschutzheim.

Sinnvolle Aufgabe

Als die Büroangestellte vor 14 Jahren in Pension ging, suchte sie nach einer neuen Aufgabe. „Ich wollte etwas Sinnvolles machen.“ In der Zeitung las sie, dass das Tierheim ehrenamtliche Mitarbeiter sucht, zum Tiere füttern und zum Aufräumen. Das sprach die Vera Grosselj an:„Ich liebe Tiere, bin mit ihnen aufgewachsen und habe auch später immer Katzen gehalten.“

Seither geht die tierliebe Pensionistin im Tierheim ein und aus. Fünf Mal wöchentlich ist sie dort anzutreffen. Wenn sie nicht gerade aufräumt oder ausmistet, geht sie stundenlang mit den Hunden spazieren. Danach kümmert sie sich auch noch um die Katzen. „Tiere sind so dankbar. Sie schmeicheln einem und spielen mit einem. Man bekommt viel von ihnen zurück“, versucht die 69-Jährige zu begründen, warum sie sich nun schon viele Jahre für Hunde und Katzen engagiert.

Wer wie sie fast täglich die Tiere besucht, knüpft enge Bande. „Ich habe mein Herz an sie verloren. Schon beim Heimgehen vermisse ich sie.“ Und wenn Vera Grosselj einmal nicht zu Besuch kommen kann, dann hat sie das Gefühl, dass ihr etwas fehlt. Inzwischen ist sie auch eine richtige Tierkennerin, ist sich sicher: „Tiere haben genauso eine Seele wie Menschen. Sie haben auch Gefühle, können traurig und fröhlich sein.“ Menschen, die keine Tiere mögen, sind der Dornbirnerin nicht geheuer. „Wer Tiere nicht mag, mag auch keine Menschen“, glaubt sie.

Drei Stubentiger

Wenn die engagierte Frau vom Tierheim nach Hause kommt, wartet Katze Mia auf sie. „Die hab’ ich vor fünf Jahren aus dem Tierheim mitgenommen.“ Ab nächster Woche werden in ihrer Wohnung aber gleich drei Stubentiger herumtollen. „Ich hole mir noch zwei Katzen aus dem Tierheim. Deren Besitzer ist gestorben.“ Dass alle drei Katzen schon mehr als zehn Jahre alt sind, stört sie nicht. „Auch solche Tiere brauchen ein Plätzchen.“ Vera Grosselj, die Mutter eines erwachsenen Sohnes ist, sorgt sich aber nicht nur intensiv um Tiere. Sie kümmert sich auch um alte Menschen in ihrer Umgebung. „Ich besuche einige, gehe mit ihnen einkaufen und spazieren.“ Sie hat gemerkt, dass viele Menschen einsam sind, vor allem im Alter, wenn der Partner schon gestorben ist. „Da zählt dann oft jeder Besuch.“

Weil sie auch Kinder liebt, wurde sie nach ihrer Pensionierung auch noch Leih-Oma. Die Kinder, die sie betreut hat, sind inzwischen groß, aber bis jetzt hat sie noch zweimal in der Woche für sie gekocht. „Das alles gibt mir sehr viel“, möchte die vielseitige Frau ihr Engagement für die Menschen und Tiere nicht missen. Denn: „Man gibt Liebe und bekommt viel zurück.“

Welttierschutztag, Sonntag, 4. Oktober: 14 bis 17 Uhr, Flohmarkt mit Bewirtung im Vorarlberger Tierschutzheim , Martinsruh 5 in Dornbirn.