Drei Viertel aller Unfälle passieren nicht im Verkehr

04.10.2015 • 20:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für die meisten Vorarlberger Kinder ist der Skihelm auch ohne gesetzliche Vorschrift ein Muss. Foto: Lerch
Für die meisten Vorarlberger Kinder ist der Skihelm auch ohne gesetzliche Vorschrift ein Muss. Foto: Lerch

„Sicheres Vorarlberg“ setzt mit Erfolg auf
Unfallverhütung in allen Bereichen.

Dornbirn. (VN-gs) „Die meisten aller Unfälle passieren im Stillen und werden statistisch gar nicht erfasst“, sagt Franz Rein, Geschäftsführer von „Sicheres Vorarlberg“, einer bundesweit einzigartigen Institution zur Unfallprävention. Dennoch schätzt er, dass 75 Prozent aller Unfälle im Haus- und Freizeitbereich stattfinden.

Risiko minimieren

„Sicheres Vorarlberg“ beschäftigt in der Geschäftsstelle in der Dornbirner Realschulstraße vier Mitarbeiter. Unter anderem Projektleiter Mario Amann (41), der seinen Fokus nicht zuletzt auch auf die Prävention von Sportunfällen richtet. Er sagt zum Thema Sicherheit abseits der Pisten: „Eine gute Unfallprävention im Sport bedeutet nicht: weg von allem Risiko und das Erstellen möglichst vieler Vorschriften. Vielmehr ist der richtige Umgang mit und die Bewältigung von Risikosituationen gefragt.“

562 Veranstaltungen

Die Institution zur Unfallverhütung wird vom Land, den Gemeinden und den Sozialversicherungsträgern getragen. Im Berichtsjahr 2014 nahmen an 562 Veranstaltungen, die in Kooperation mit „Sicheres Vorarlberg“ durchgeführt wurden, nicht weniger als 26.170 Personen aktiv teil. In 81 Gemeinden konnte die Vorarlberger Bevölkerung das Thema Unfallprävention hautnah miterleben. Der Themenbogen spannte sich dabei vom Bereich Kinder über Angebote im Sport bis zu Programmen zur Sturzprävention bei alten Menschen. Kernstück war und ist die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, aber auch Interessensgruppen wie Berg- oder Wasserrettung. Vor etwa 15 Jahren begannen Rein und sein Team damit, auf die Wichtigkeit der Skihelme aufmerksam zu machen. „Vorher hatte ja kaum ein Wintersportler einen Helm auf, sogar Toni Sailer fuhr mit der Zipfelmütze seine Rennen“, erinnert sich Rein.

Dann stattete die Initiative (damals noch „Sichere Gemeinden“) Vorarlberger Ski-Asse wie Anita Wachter und Hubert Strolz mit einem Skihelm aus.

„Der Erfolg mit dem Helm war geradezu ein Phänomen“, sagt der Geschäftsführer, „denn heute hat sich der Schutzhelm zum richtigen Boom entwickelt.“ Und das, obwohl Vorarlberg und Tirol die einzigen Bundesländer ohne gesetzliche Skihelm­pflicht für Minderjährige bis zum vollendeten 15. Lebensjahr sind.

Was Rein sogar freut, denn: „Es soll ja schließlich die eigene Überzeugung sein, die die Skifahrer zum Helm greifen lässt. Das ist sinnvoller als eine gesetzliche Verpflichtung.“

Der Erfolg mit dem Skihelm war geradezu ein Phänomen.

Franz Rein