Prothesen beschäftigen auch Patientenanwalt

Vorarlberg / 04.10.2015 • 19:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Es geht um die Sicherung von Haftungsansprüchen von Betroffenen für den Ernstfall.

Feldkirch. (VN-mm) Die Problematik um möglicherweise schadhafte Hüftprothesen beschäftigt jetzt auch die Patientenanwaltschaft. Wie berichtet, hat eine ehemalige Patientin des Landeskrankenhauses Feldkirch, der eine Accis-Großkopf-Prothese implantiert worden war, den Hersteller geklagt, weil Gutachten einen verstärkten Metallabrieb bestätigten. Das Krankenhaus hat nach Bekanntwerden dieser noch gerichtsanhängigen Klage reagiert und 88 Patienten zu einer Kontrolluntersuchung eingeladen. Mehr als die Hälfte von ihnen hat laut Aussagen der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) bereits einen Termin erhalten.

Zehn-Jahres-Frist

Gleich nach der VN-Berichterstattung meldeten sich auch zwei Betroffene bei Patientenanwalt Alexander Wolf. Er selbst machte die Angelegenheit außerdem bei einer Sitzung mit Vertretern der KHBG zum Thema. „Wir haben die beiden Patienten zu einem Beratungsgespräch eingeladen. Es geht um Aufklärung, was sie tun können bzw. tun müssen“, erläuterte Wolf. Konkret geht es vorrangig um die Produkthaftung. Sie gilt maximal zehn Jahre. Wird diese Frist versäumt, besteht keine Möglichkeit mehr, einen Haftungsanspruch durchzusetzen. „Deshalb muss jetzt erst einmal eruiert werden, wann das Produkt auf den Markt gekommen ist. Dann wissen wir auch, ab wann die Frist läuft und können entsprechend reagieren“, beschreibt der Patientenanwalt die weitere Vorgangsweise. Nach wie vor ist die Patientenanwaltschaft auch mit sieben noch offenen Fällen beschäftigt, bei denen es ebenfalls um die Implantation von schadhaften Hüftprothesen ging.

Ausgemustert

Dabei handelte es sich jedoch um Produkte der Firma DePuy. Sie wurden in der Zwischenzeit vom Markt genommen. Die Accis-Hüft­implantate werden weiterhin weltweit verwendet und implantiert. Es gibt keine Produktwarnung oder geänderte Anwendungsbestimmungen. Das LKH Feldkirch hat die Großkopf-Prothesen allerdings bereits Ende 2010 ausgemustert.

Betroffene Patienten müssen wissen, was sie tun müssen.

Alexander Wolf