Starkes Engagement im Sozialbereich

04.10.2015 • 17:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
1998: Felix Dünser zu Beginn seiner Tätigkeit als Landesvolksanwalt bei einer externen VN-Blattkritik. Foto: VN
1998: Felix Dünser zu Beginn seiner Tätigkeit als Landesvolksanwalt bei einer externen VN-Blattkritik. Foto: VN

Künftig mehr als bisher in Brasilien, der Heimat der Gattin.

Bregenz. (ee) „Ich habe keine Befürchtungen, dass ich einen Pensionsschock bekommen werde“, erklärt DDr. Felix Dünser (64) im Gespräch mit den VN. Der an der Universität Wien promovierte Jurist und Politik- und Publizistikwissenschafter war von 1997 bis 2009 als Nachfolger von Mag. Dr. Nikolaus Schwärzler der zweite Vorarlberger Landesvolksanwalt.

Nachher trat er wieder in den Gerichtsdienst ein, wurde Richter am Bezirksgericht Bregenz und ist seit vier Jahren dort Gerichtsvorsteher. Am 1. Dezember 2015 wird er seine Pension antreten. „Obwohl wir am Bezirksgericht Bregenz ein sehr gutes Betriebsklima haben, freue ich mich auf die neuen Möglichkeiten, die mir der Ruhestand hoffentlich eröffnen wird“, so Dünser.

Zehn Jahre unterrichtete er auch an der Sozialakademie in Bregenz Politikwissenschaften. Die Wahl seiner Studienfächer sieht er heute als ideale Voraussetzung für seine Tätigkeit als Landesvolksanwalt.

Reisen nach Brasilien

„Nach meiner Pensionierung werde ich mich verstärkt meinen ehrenamtlichen Engagements im Sozialbereich widmen“, kündigt Dünser an. So ist er im Vorstand von „Netz für Kinder“ tätig, nachdem er zwölf Jahre lang Obmann war, unterstützt ein Straßenkinderprojekt in Brasilien und ist auch für Amnesty International aktiv. Dünser, der mit einer Brasilianerin verheiratet ist, wird künftig auch mehr Zeit als bisher in der Heimat seiner Gattin verbringen.

Auch Lesen gehört zu seinen Hobbys. Bevorzugte Lektüre sind geschichtliche Werke sowie Vorarlberger Schriftsteller wie Arno Geiger und Michael Köhlmeier. Und auch dem Garten, der zuletzt etwas vernachlässigt wurde, will sich Dünser wieder mehr widmen.

Reisen führten ihn heuer nach Prag, Budapest, Wien und Istrien.

Felix Dünser ist der Sohn von Brigadier Dr. Bernhard Dünser, dem langjährigen Leiter der Intendanzabteilung beim Militärkommando Vorarlberg.

Positive Änderungen

Befragt nach den Höhepunkten in seiner Funktion als Volksanwalt meint Dünser heute: „Für mich war immer sehr wichtig, dass ich über die Lösung im jeweiligen Einzelfall hinaus positive Änderungen bewirken konnte. Das ist mir beispielsweise durch wichtige Änderungen im Bereich der Raumplanung und der Wohnbaurichtlinien gelungen, aber auch die Abschaffung des Tanzkursegesetzes und Verbesserungen im Sozialbereich, der mir immer ein besonderes Anliegen war, konnte ich erreichen.“

Und weiter: „Insgesamt war die Erfüllung der Funktion als Volksanwalt fast eine Traumaufgabe für mich, in die ich meine Stärken vom Studium her sehr gut einbringen konnte. Ich halte die Einrichtung der Landesvolksanwaltschaft, die es nur in Vorarlberg und Tirol gibt, für sehr wichtig. Sie bietet den Bürgern, wenn es notwendig ist, unbürokratische und ortsnahe Unterstützung.“

Mehr Anspruchsdenken

Was hat sich in den Jahrzehnten der richterlichen Tätigkeit von Dünser geändert? „Da ist einmal der große technische Fortschritt. Am Beginn meiner Richterzeit haben wir noch mit mechanischen Schreibmaschinen und Durchschlagpapier gearbeitet, heute ist alles digitalisiert. Festzustellen ist aber gegenüber früher auch ein starkes Anspruchsdenken, und natürlich spielt auch das EU-Recht eine wachsende Rolle und stellt an uns Richter hohe Anforderungen, weil wir vielfach ausländisches Recht anwenden müssen. Insgesamt sind wir in Österreich aber sehr gut aufgestellt, die Verfahrensdauer konnte gesenkt werden, und auch die früher oft im Verhältnis zum tatsächlichen Strafausmaß überlange Dauer der Untersuchungshaft wurde reduziert“, stellt Dünser abschließend fest.

DDr. Dünser: „Einen Pensionsschock fürchte ich nicht.“ VN/RP
DDr. Dünser: „Einen Pensionsschock fürchte ich nicht.“ VN/RP

Zur Person

Felix Dünser

Geboren: 28. Februar 1951, Bregenz

Ausbildung: Matura 1969 am Bundesgymnasium Bregenz, ein Jahr Austauschschüler in den USA, Präsenzdienst, Jus-Studium und Studium Publizistik und Politikwissenschaft in Wien, Dr. jur. 1975, Dr. phil. 1980

Werdegang: Richteramtsanwärter, 1983 Richter am Bezirksgericht Montafon, nebenbei in Bludenz und Feldkirch tätig, zwölf Jahre Landesvolksanwalt, derzeit Gerichtsvorsteher am Bezirksgericht in Bregenz, voraussichtlicher Pensionsantritt am 1. Dezember 2015.

Familie: verheiratet, eine Tochter (22)

Hobbys: Reisen, Skifahren, Radfahren, Wandern