Teleradiologie auf Probe

05.10.2015 • 18:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Radiologie des Landeskrankenhauses Bregenz startete probehalber in das Zeitalter der Teleradiologie. Foto: vn/Paulitsch
Die Radiologie des Landeskrankenhauses Bregenz startete probehalber in das Zeitalter der Teleradiologie. Foto: vn/Paulitsch

Landeskrankenhäuser springen nun auch auf den Zug auf. Probebetrieb im Bregenzer Spital.

Feldkirch. (VN-mm) Wie bereits berichtet, soll auch an den Landeskrankenhäusern die Teleradiologie Einzug halten. Das Krankenhaus Dornbirn hat die externe Befundung von Röntgenaufnahmen bereits im Februar 2014 eingeführt. Die Planungen für die Landesspitäler laufen seit Jänner dieses Jahres. Am Montagabend startete nun im Landeskrankenhaus Bregenz der Probebetrieb. Dort gibt es laut Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) den größten Bedarf an Entlastung des Bereitschaftsdienstes.

Das neue Ärztearbeitszeitgesetz mit seinen 48 Wochenstunden war ein Grund, die Teleradiologie zu nützen. Für das Landeskrankenhaus Feldkirch heißt das beispielsweise, dass an zwei Tagen pro Woche statt zwei Radiologen nur mehr ein Radiologe im Dienst sein wird. Die Landeskrankenhäuser Hohenems und Bludenz werden dann teleradiologisch versorgt.

Nur Notfallbetrieb

Wie Primar Manfred Cejna vom Landeskrankenhaus Feldkirch, der gemeinsam mit der KHBG die Vorbereitungen organisierte, erklärt, soll die Teleradiologie im Notfallbetrieb laufen, das heißt, gegebenenfalls Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste abdecken. Für Cejna stellt die Teleradiologie das vernünftigste Mittel dar, Nachtdienste zu reduzieren. Rund 20.000 Euro flossen in die technische Ausstattung. Es wird mit etwa zehn externen CT-Befundungen pro Monat und Landeskrankenhaus gerechnet.

Qualitativ unproblematisch

Teleradiologie bedeutet, dass Bildaufnahmen von Patienten außerhalb der Routinearbeitszeit an einen externen Partner weitergeleitet und dort durch Fachärzte befundet werden. „Wichtig dabei ist eine gute Kommunikation“, erklärt Manfred Cejna. Denn qualitativ sei die Teleradiologie unproblematisch. Außerdem wird in Feldkirch auch künftig ständig ein Radiologe anwesend sein, im Landeskrankenhaus Bregenz gibt es einen Bereitschaftsdienst. Auf diese Weise lässt sich möglichen technischen Fehlern vorbeugen.

Regelbetrieb 2016 geplant

Im Landeskrankenhaus Bregenz werden ab sofort an einigen Tagen im Monat die Bilder der CT- und MRT-Untersuchungen zwischen 21 Uhr abends und acht Uhr morgens an den externen Partner geschickt. Ein Radiologe bleibt zwar in Bereitschaft, da er in der Nacht aber keine Einsätze zu erwarten hat, steht er am nächsten Tag wieder zur Verfügung. Geplant ist, dass bis zum Spätherbst auch die Landeskrankenhäuser Feldkirch, Bludenz und Hohenems an das System angeschlossen werden und der Probebetrieb Anfang 2016 in den Regelbetrieb übergeht. Die personelle Situation bei den Radiologen bezeichnet Primar Cejna als gut. „Es muss jedoch Ziel sein, die Fachärzte im Land zu halten“, ergänzt er.

Die KHBG arbeitet mit der deutschen Firma Reif & Möller zusammen, die qualifizierte radiologische Fachärzte zur Befundung zur Verfügung stellt. Vorläufig gilt der Vertrag für zwölf Monate, dann werden die Ergebnisse des Probebetriebs geprüft.

Die Teleradiologie stellt sicher das vernünftigste Mittel dar, um Nachtdienste für Ärzte zu reduzieren.

Manfred Cejna