18 Monate Haft nach rüdem Auftritt im Asylwerberheim

06.10.2015 • 20:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 4. September 2015.
VN-Bericht vom 4. September 2015.

14-fach Vorbestrafter wird wegen einer ganzen Reihe von Taten verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch. Anfang September sorgte ein 27-jähriger DOWAS-Bewohner in einer Bregenzer Flüchtlingsunterkunft für Angst. Der Vorbestrafte drang am Abend in das Gebäude ein, in dem 40 Personen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak leben, schimpfte „Scheiß Ausländer!“ und versprühte im Treppenhaus einen Feuerlöscher.

Zweiter Einsatz Quellenstraße

Alle sind verstört, die Feuerwehr kommt sicherheitshalber, denn man weiß zu dem Zeitpunkt nicht, ob irgendwo Feuer gelegt wurde. Dann zieht der Störenfried wieder ab. Die Ruhe währt nicht lange, da müssen die Polizeibeamten schon wieder los. Und es ist derselbe Mann, der die Einsatzkräfte neuerlich auf den Plan ruft.

Schuss aus dem Fenster

Vor seiner Unterkunft verhalten sich einige türkische Staatsbürger laut. Das regt den Obdachlosen in seiner Sozialschlafstelle auf und er feuert aus dem Fenster. Eigentlich wurde ihm ein Waffenverbot auferlegt, doch darum kümmert er sich nicht. Er besitzt eine selbstgebastelte Schusswaffe und einiges an Munition. Platzpatronen und scharfe. Der Mann baut eine echte Patrone um, sodass sie nur noch für einen lauten Knall sorgen kann. Damit schießt er um zwei Uhr früh in die Nacht hinaus. Die Polizei hat es nicht leicht, den Mann festzunehmen, ein Beamter trägt einen blauen Fleck am Arm davon. Der Betrunkene schimpft und droht. „Wenn ich wegen euch in den Knast muss, mach ich euch kalt“, brüllt er.

Wenig Reue

Vor Gericht zeigt sich der U-Häftling kaum reuig. Das mit den Polizisten tue ihm leid, das mit dem Schuss war dumm, räumt er ein. „Aber das mit dem Feuerlöscher ist nicht so schlimm. Schauen Sie sich doch an, was da in Deutschland in diesen Heimen abgeht und – mein Gott – ich hatte halt elf Bier“, stuft er sein Fehlverhalten als beinahe harmlos ein. Insgesamt macht er vor Richter Wilfried Marte einen vorlauten und uneinsichtigen Eindruck. Sogar Verteidiger Reinhard Pitschmann fragt seinen Mandanten: „Ich weiß nicht so recht, was ich für Sie tun soll.“

„Eins ist klar, im Gefängnis bekomme ich nur einen noch größeren Hass“, plädiert der Angeklagte selbst für eine Therapie oder eine bedingte Haftstrafe. Doch bei 14 Vorstrafen, 13 davon einschlägig, sieht es mit Bewährung schlecht aus. Mit den ausgesprochenen 18 Monaten unbedingt und 150 Euro Schmerzengeld für den Polizisten ist der Mann zufrieden. Das Urteil ist rechtskräftig.