Ikea und die harten Fronten

Vorarlberg / 06.10.2015 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier würde Ikea sein Möbelhaus errichten. Auch ein McDonald’s ist in unmittelbarer Nähe geplant. Foto: VN
Hier würde Ikea sein Möbelhaus errichten. Auch ein McDonald’s ist in unmittelbarer Nähe geplant. Foto: VN

Soll der schwedische Möbelhaus-Gigant nach Lustenau? Heiße Diskussionen.

Lustenau. (VN-hk) So kämpferisch hat man den Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (52) noch selten erlebt. In Sachen Ikea bietet er den Kritikern einer möglichen Niederlassung des Möbel-Riesen leidenschaftlich die Stirn und macht sich für eine faire Bewertung des Projekts stark. „Schön, dass sich alle so um Lustenau und sein Verkehrsproblem sorgen. Aber Tatsache ist: Rund um Lustenau rüsten alle auf. Stichwort Seestadt, Stichwort Messepark. Aber in Lustenau hängen bleiben soll offensichtlich nur der Durchzugsverkehr zu den Einkaufszentrum der anderen.“ Besonders die Grünen nimmt Fischer aufs Korn: „Johannes Rauch kann uns das Projekt ja durch seinen Einfluss auf den Landesraumplan vereiteln. Aber bevor man sich nur über zunehmenden Verkehr empört, möchte ich einmal fundiert geklärt wissen: Wer fährt bisher in Lustenau wohin? Und wie schauen die Verkehrsprognosen im Falle eines Ikea aus? Das weiß man nämlich alles noch nicht.“

Knoflachers Kritik

Kritiker gibt es viele. Grüne und Blaue in Lustenau haben sich vor allem wegen des Verkehrsarguments auf die Ikea-Pläne eingeschossen, aber auch aus Kreisen der heimischen Wirtschaft gibt es viele kritische Stimmen. Verkehrsplaner Hermann Knoflacher (75), der im Auftrag der Gemeinde vor Jahren ein Verkehrskonzept erstellt hat, wird in seiner Kritik sehr pointiert. Er bezeichnet Kurt Fischer als Gehilfen eines Großkonzerns, der nach bekanntem Rezept seine Niederlassungen errichte und dabei dem regionalen Gewerbe schade. „Ich wundere mich, dass Lustenau mit seinen über 20.000 Quadratmetern nichts besseres zu tun weiß, als einen Ikea dorthin zu lassen“, betont Knoflacher. Bei gleichen Umsatzzahlen würde regionaler Handel auch immer mehr Arbeitsplätze als ein Großprojekt à la Ikea schaffen, meint Knoflacher.

Für Diskussionsstoff ist beim Stammtisch zum Thema Ikea am kommenden Freitag im Competence Center jedenfalls gesorgt.