Krankenhauskost ist Thema im Landtag

Vorarlberg / 06.10.2015 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom Samstag, dem 5. September 2015.
VN-Bericht vom Samstag, dem 5. September 2015.

Freiheitliche bringen Anfrage wegen Tiefkühlware aus Osteuropa für Spitäler ein.

Bregenz, Feldkirch. (VN-tw) Ins Rollen gebracht hatte das Ganze ein VN-Bericht Anfang September dieses Jahres (siehe Faksimile). Gemäß Fotos von Etiketten, die den VN vorliegen und die im Abfall der Feldkircher Zentralküche entdeckt wurden, wird recht deutlich klar, woher die Produkte stammen, mit denen Patienten und Personal in den Landeskrankenhäusern vielfach bekocht werden: mit Hühnerbrust aus Rumänien, Fisch aus China und Putenbrust aus Polen, alles tiefgefroren.

Regionale Produkte gefragt

Grund genug für Vorarlbergs Freiheitliche, unter dem Übertitel „Regionale Lebensmittel in den Landeskrankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen – Land und Gemeinden haben Vorbildfunktion wahrzunehmen“ eine Anfrage an den Landtag zu richten. „Gerade in den Bereichen der Landeskrankenhäuser und öffentlichen Einrichtungen muss es noch viel stärker gelingen, regionale Produkte zu verarbeiten und auf dem Speiseplan anzubieten“, schreibt Daniel Allgäuer (51) als Abgeordneter der Freiheitlichen im Landtag.

Stärkung der Landwirtschaft

Ein solches Signal der öffentlichen Hand wäre unbedingt notwendig, allein schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit, meint Allgäuer, der gemeinsam mit seinem Kollegen auf der Abgeordnetenbank, Hubert Kinz (55), den Antrag unterzeichnet hat. „Gemeinsam mit der Landeskrankenhausbetriebsgesellschaft muss es das Ziel sein, bei der Versorgung der Patienten und der Bediensteten in erster Linie regionale Lebensmittel und Produkte zu verarbeiten.“ In Zeiten der Globalisierung und der kontroversiellen Debatte von einseitigen Handelsabkommen sei die Stärkung der Regionalität eine Notwendigkeit zum Erhalt der heimischen Landwirtschaft. Die Landesregierung wird in dem Antrag ersucht, sich bei der Spitalsgesellschaft dafür starkzumachen, dass die Speisepläne auf die regional angebotenen Produkte der Vorarlberger Landwirtschaft abgestimmt werden und nicht nur überwiegend Vorarlberger Anbieter als Lieferpartner gewonnen werden, sondern von diesen Anbietern auch Produkte aus dem Land bezogen werden.

Wertschöpfung bleibt im Land

Darüber hinaus müsse in Gesprächen mit dem Gemeinde-Verband darauf hingewirkt werden, dass in Einrichtungen der Kommunen verstärkt regionale Lebensmittel angeboten werden. Durch den Kauf und die Verwendung regionaler Produkte würden die lokale Wirtschaft gestärkt und die regionale Wertschöpfung erhöht, betont Allgäuer.

„Mehrwert liegt auf der Hand“

„Auch Jobs werden gesichert, und durch die Produktion von Lebensmitteln vor Ort werden Verkehrswege kurz gehalten. Der deutliche Mehrwert sowohl für Konsumenten als auch für Produzenten liegt somit auf der Hand“, heißt es in dem Papier an den Landtag.