60 gemeinsame Jahre

07.10.2015 • 17:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein schönes Paar an seinem Hochzeitstag.
Ein schönes Paar an seinem Hochzeitstag.

Hard. So schnell scheint das Leben zu fließen – das dürften auch Hermi und Werner Vogt empfunden haben. Es ist nicht immer alles einfach abgelaufen.

Am 8. Oktober wird gefeiert, im Kreise der Bekannt- und Verwandtschaft. Beide noch rüstig wanderbar, haben sie sich einst in den Bergen des Bregenzerwaldes kennengelernt. Da gab es noch einige Schwierigkeiten beim Näherkommen. Sie waren zu schüchtern! Hermi, Jahrgang 1935, eine straffe Lustenauerin, schien den Werbungen von Werner, Jahrgang 1931, aus der Bregenzer Umgebung nachgegeben zu haben. Vor 60 Jahren gaben sie sich das Jawort vor dem Traualtar in der Wolfurter Kirche. Anfänglich war ihr Domizil in Lustenau-Augarten und später, als sie mehr Platz brauchten, bauten sie ein Einfamilienhaus in Hard am Achdamm. In ihrer Ehe fanden fünf Töchter eine liebevolle Erziehung und ein schönes Zuhause. Hermi brachte von ihrem Beruf gute Näheigenschaften mit, was sich in der stolzen Kleidung aller Töchter widerspiegelte. Dazu besaß sie auch eine grüne Hand in ihrem Garten, da sprossen nur so Radieschen, Gemüse und die größten Kartoffeln.

Werner, dem Familienchef, wurde neben der Familie auch das Wasser zum Lebensinhalt und Elixier. Landauf, landab stieg sein Bekanntheitsgrad bis zum „Wasservogt“. 42 Jahre war er beim Landeswasserbaudienst in allen Tälern und Bergen unseres Ländles tätig. Im Kontakt mit der bäuerlichen Bevölkerung war der sehr neugierige Mann in Richtung Heimatforschung unterwegs. Und alle Talschaften, ja bis nach West- und Südtirol wurden kreuz und quer nach Orts- und Flurnamen, auch Brauchtum, Geschichte, Erzählungen und Sagen untersucht.

Besonders seit seiner Pensionierung gilt ein gewisser Vorrang dem Erforschen. Mögen dabei auch Walsertaler, Walgauer und Vorderländer etwas neidvoll hineinblicken, denn eine seiner Lieben gehört dem Bregenzerwald. Hier leistete er 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Bregenzerwaldarchiv in Egg. Zahlreiche Publikationen, geschöpft aus dem reichen Urkundenfundus, mögen das unterstreichen. In all der langen Zeit galt aber die Familie als Nummer eins, auch die Verwandten und Bekannten waren dabei, bei Bergwanderungen, Jassen und frohen Festen.

Trotz ihres arbeitsreichen Lebens erfreuen sie sich relativ guter Gesundheit. Anfang des heurigen Jahres hatten sie zuvor den Tod ihrer ältesten Tochter Hannelore zu beklagen. Dafür aber wünschen ihre anderen vier Töchter mit Familien, sieben Enkel, zwei Urenkel den diamantenen Jubilaren weiterhin Gesundheit und Wohlergehen, aber auch einen sonnigen möglichst beschwerdefreien Lebensabend.

Zufrieden geniessen sie die Zweisammkeit.
Zufrieden geniessen sie die Zweisammkeit.