Ein wütendes Trio infernal

07.10.2015 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Polizei musste gegen drei Schläger Pfefferspray einsetzen. vN/HB
Die Polizei musste gegen drei Schläger Pfefferspray einsetzen. vN/HB

Drei Männer lieferten der Exekutive vor Bregenzer Diskothek ein wildes Gefecht.

Feldkirch. „Wir hatten damals alle Mühe, nicht unter die Räder zu kommen“, schildert ein Polizist als Zeuge vor Richter Richard Gschwenter. Auch Staatsanwältin Karin Dragosits bezeichnet das, was sich bereits im August 2014 vor einem Bregenzer Tanztempel abspielte, als „eine der wildesten Geschichten – so wie in einem Film“.

Da flogen Barhocker, Gartenmöbel und Tische durch die Luft, beherrschte Brachialgewalt die Szene, flogen die Fäuste. Nicht zuletzt wurde auch noch ein Sonnenschirm beschädigt.

Bei den Angeklagten handelt es sich um drei Vorarlberger im Alter von 25 und 27 Jahren. Sie kamen damals vom Seenachtsfest, besuchten anschließend die Diskothek und wollten die Lokalität mit Biergläsern und -flaschen in der Hand wieder verlassen. Und zwar durch den Hinterausgang, sehr zum Missfallen der Türsteher. Das Gerangel war vorprogrammiert. Einer der Türsteher erinnert sich als Zeuge: „Einer der Burschen drosch mehrere Male mit dem Barhocker auf mich ein. Es hat mich gerade gewundert, dass er dabei mit der Polsterseite zuschlug. Als die Polizei kam, haben die Typen komplett durchgedreht!“

Erinnerungslücken

Einer der „Typen“ bestreitet als Zweitangeklagter, tätlich gegen die Beamten vorgegangen zu sein. „Ich habe ja gleich einen Pfefferspray ins Gesicht abbekommen, sah alles verschwommen und weiß heute gar nichts mehr.“

Dann soll er noch einem der Polizisten mit den Worten gedroht haben: „Ich f … deine Mutter und bringe dich um!“. Das könne schon sein, sagt er. „Ich war damals eben betrunken und sehr aufgebracht. Normalerweise sage ich so etwas nicht.“

Der Dritte im Bunde will sich auch nicht mehr so richtig daran erinnern, was sich damals abspielte. „Ich war nur mit einem beschäftigt und weiß nicht mehr, wo ich überall hingeschlagen habe. Außerdem war ich ziemlich alkoholisiert und außer Puste.“

Doch später, es war in der Arrestzelle der Polizeiinspektion, schien er seine Kräfte wieder gesammelt zu haben.

Zoff im Kotter

Es wird ihm nämlich vorgeworfen, er habe versucht, einen Inspektor durch die Gitterstäbe hindurch zu schlagen. Wofür er allerdings eine einleuchtende Erklärung präsentiert, zumindest für sich selbst: „Der Beamte wollte mir kein Wasser geben.“ Worauf ihm Richter Gschwenter entgegnet: „Sie befanden sich dort aber auch nicht im Hilton, wo der Kellner jeden Wunsch befolgt.“

Ein weiterer Polizist sagt aus: „Er zeigte mit dem Finger auf mich und bedrohte mich mit dem Umbringen.“ Auch eine Frau Inspektor weiß noch, dass damals von irgendwo die Wörter gefallen seien: „Scheiß Bullen, ich bringe euch um!“

Verhandlung vertagt

Richter Gschwenter muss die Verhandlung schließlich an einem anderen Termin fortsetzen. Nicht alle Zeugen sind erschienen.

Außerdem macht der Erst­angeklagte von seinem Recht der gesetzlichen Vorbereitungsfrist Gebrauch, weil er gar nicht weiß, was ihm vorgeworfen wird. Er hat nämlich noch keinen Blick auf den Strafantrag geworfen. Weil er ihn nicht bekommen habe. Das wird das Gericht jetzt nachholen.