Ems: Würfel bei Rathausjob gefallen

07.10.2015 • 16:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Markus Kranz (kl. Bild) soll neuer Stadtamtsdirektor in Hohenems werden. Nach dem Erfolg beim Hearing stehen die letzten Verhandlungen an. Fotos: VN-Archiv
Markus Kranz (kl. Bild) soll neuer Stadtamtsdirektor in Hohenems werden. Nach dem Erfolg beim Hearing stehen die letzten Verhandlungen an. Fotos: VN-Archiv

Nach Hearing: Jurist Markus Kranz soll neuer Stadtamtsdirektor in Hohenems werden.

Hohenems. In der Hohenemser Stadtverwaltung scheint die wichtigste Personalie entschieden. Bei einem Dreier-Hearing hat sich der Jurist Markus Kranz, der aktuell in einer angesehenen Anwaltskanzlei in Dornbirn tätig ist, gegen zwei weitere Kandidaten durchgesetzt. Der Stadtrat habe einen Bewerber als Erstgereihten gewählt, bestätigte Bürgermeister Richard Amann (ÖVP) entsprechende VN-Informationen. Was Namen betreffe, sei allerdings Stillschweigen vereinbart. Man trete erst in Verhandlungen. Andere in die Entscheidung involvierte Stadträte sind da auskunftsfreudiger. „Markus Kranz ist für einen Neubeginn die beste Wahl“, sagt etwa Vizebürgermeister Bernhard Amann (Emsige) auf eine entsprechende VN-Anfrage.

Teurer Rauswurf

Notwendig ist die Neubesetzung des wichtigsten Verwaltungsjobs im Rathaus geworden, weil Bürgermeister Richard Amann nach seiner Wahlschlappe am 15. März die Zusammenarbeit mit der bisherigen Stadtamtsdirektorin Karin Rettenmoser nach 14 Jahren im Amt auflöste. Eine teure Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Der Quasi-Rauswurf kam inklusive Nebenkosten auf rund 400.000 Euro. Rettenmoser standen 36 Bruttomonatsgehälter zu je 9200 Euro zu. Macht in Summe 334.000 Euro. Das sorgte einmal mehr für einen Riesenwirbel in der Nibelungenstadt.

Ob die kostspielige Vertragsauflösung mit der Neubesetzung jetzt Geschichte ist, darf bezweifelt werden. Zwar sagt Bürgermeister Richard Amann, dass die Causa Rettenmoser mit der einvernehmlichen Trennung abgeschlossen sei. Die Opposition sieht das freilich anders. „Die Sache ist noch nicht vom Tisch“, so FPÖ-Parteiobmann Friedl Dold. Mit einer finanziellen Belastung von über 400.000 Euro könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Zudem habe die Stadtvertretung im Sommer beschlossen, rechtliche Konsequenzen zu prüfen. „Die Stadtamtsdirektorin ohne große Verfehlung so des Amtes zu entheben, war eine Kurzschlussreaktion des Bürgermeisters nach der Wahlniederlage, die Hohenems sehr viel Geld kostet“, sagt Dold. Deshalb müsse geklärt werden, wer dafür haftet.

„Schlechter Zeitpunkt“

Kritik kommt von der FPÖ auch am Zeitpunkt der jetzigen Neubesetzung des gut dotierten Verwaltungsjobs. So hätte man nach Ansicht von Dold die anstehende Entscheidung über die Stichwahlwiederholung abwarten sollen. Mit der Wahl selbst, zeigt man sich aber zufrieden. Man habe im Hearing drei sehr starke Kandidaten gehabt.

Die Kritik am Zeitpunkt können weder Bürgermeister noch sein Vize nachvollziehen. Richard Amann: „Das ist doch Quatsch. Der Leiter der Verwaltung ist unparteiisch und unabhängig von einer Stichwahl zu sehen.“ Auch für Bernhard Amann ist es im Zusammenhang mit der Nachbesetzung völlig irrelevant, wer Bürgermeister ist.

VN-Bericht vom 29. Mai 2015.
VN-Bericht vom 29. Mai 2015.