Zum Gedenken

Vorarlberg / 07.10.2015 • 19:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

August Dopuna

Dornbirn. Tot vor ihrem Haus – so hat Frau Dopuna am vergangenen Freitagnachmittag ihren Mann getroffen. Die Aorta war geplatzt – Sanitäter und Arzt hatten keine Chance mehr.

Gustl Dopuna wurde 1943 als zweites Kind von Anton und Magdalena Dopuna geboren, verlor als Zweijähriger seinen Vater durch den Krieg und verließ als 14-Jähriger seine Heimat Jamm bei St.Anna am Aigen. Wegen der besseren Arbeitsmöglichkeiten zog er nach Dornbirn, arbeitete bei der Firma F.M. Hämmerle und hatte Quartier bei Privatfamilien und im Männerheim. Als 16- und 17-Jähriger war er als Hirt auf der Alpe Mörzel und wechselte von F.M. Hämmerle zur Getränkefirma Zumtobel, wo er als Kraftfahrer arbeiten konnte.

Am 15. Februar 1969 heiratete er Brunhilde Folie, die ihm im selben Jahr Tochter Birgit zur Welt brachte und fünf Jahre später Sohn Michael. Seiner Familie – 1991 wurde Enkelin Kathrin geboren – galt seine Liebe und Sorge und der Firma Mäser (Geschirr), zu der er 1973 wechselte und wo er bis zu seiner Pensionierung 2003 arbeitete.

Gustl liebte die Berge, Radfahren kam später dazu – beides teilte er bevorzugt mit seinem Freund Fridolin, ebenso den sonntäglichen Gottesdienst und viele andere schöne gemeinsamen Stunden.

Der beste Nachbar

Sauberkeit und Ordnung waren ihm Herzenssache, im eigenen Haus und in der Siedlung. Stets hilfsbereit und zuvorkommend hat er den Nachbarn geholfen. „Der beste Nachbar, den man sich vorstellen kann“ – so lautet eine Aussage aus der Nachbarschaft.

Holz sammeln in der Ach war eine weitere seiner Lieblingsbeschäftigungen, im Dreiangel wird heute noch damit geheizt, seine Frau Brunhilde sollte es warm haben. Auch das Wallfahren gehörte zu seinem Leben. Vornehmlich nach Maria Bildstein, aber auch über Berg und Tal zu Fuß nach Rankweil.

Nicht die große Welt war es, die den Verstorbenen prägte, sondern die kleine, die familiäre, freundschaftliche, nachbarschaftliche. Bescheiden und sparsam im ruhigen Schritt der Tage und Jahre.

Am Freitag verließ er den gedeckten Tisch, die begonnene Mahlzeit, das eingeschenkte Bier – trat ein letztes Mal vor sein Haus. Verließ seine Familie, verließ diese irdische Welt. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen – mitten im Tod umfängt uns aber auch Gottes Leben. Darauf hoffen wir und dafür beten wir.