Dornbirner Schlachthof steht vor dem Aus

Vorarlberg / 08.10.2015 • 21:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bleiben die Tore bald für immer geschlossen? Foto: Stiplovsek
Bleiben die Tore bald für immer geschlossen? Foto: Stiplovsek

Letzte Hoffnung ist die Gründung einer Betreibergesellschaft.

Dornbirn. (ha) Der Dornbirner Schlachthof schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Sollte nicht in letzter Minute eine Lösung in Form einer Betreibergesellschaft gefunden werden, wird der Betrieb in absehbarer Zeit eingestellt. Das bestätigte gestern Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (46). Lediglich an zwei Tagen pro Woche wird im städtischen Schlachthof gearbeitet. Die restliche Zeit steht der Betrieb still, weil es an geeigneten Schlachttieren mangelt. Warum heimische Viehhändler einen Bogen um Dornbirn machen, hängt unter anderem mit den Schlachtkosten zusammen. „Wir können mit den Preisen, die andernorts verlangt werden, nicht mithalten“, so Stadtrat Josef Moosbrugger (49), zuständig für den Schlachthof. Außerdem mangelt es an Abnehmern. Erst kürzlich hat eine langjährige gute Kundschaft die Geschäftsbeziehungen beendet. Um den Betrieb überhaupt noch am Laufen zu halten, muss die Stadt als Eigentümerin Jahr für Jahr knapp 200.000 Euro drauflegen. Zudem stehen notwendige Investitionen in Höhe von rund 350.000 Euro an.

Schlüssel umgedreht

Wie Bürgermeisterin Andrea Kaufmann betont, bemüht sich die Stadt seit zwei Jahren vergeblich um eine Lösung: „Intensive Gespräche mit möglichen Partnern sind bisher allesamt ergebnislos verlaufen.“ Die letzte Hoffnung ist nun ein Betreibermodell, an dem sich auch große Handelsbetriebe beteiligen könnten. „Wenn es zu keiner Einigung kommt, wird zugesperrt“, will die Stadtchefin nicht mehr länger zuschauen, wie Steuergeld versickert. Wenig Unterstützung darf sich Dornbirn vom Land erwarten, denn aus Bregenz gibt es bisher kein Bekenntnis zur Erhaltung des größten Schlachthofs des Landes, auch wenn sich inzwischen die Landesregierung an der Abdeckung des Abganges finanziell beteiligt. Auch Moosbrugger sieht zunehmend dunkle Wolken über dem Schlachthof aufziehen. Dass die Stadt in der derzeitigen Situation nochmals viel Geld für eine Modernisierung in die Hand nimmt, glaubt er nicht. Auch eine Verlegung an einen anderen Standort außerhalb des Siedlungsgebietes sei unwahrscheinlich. Trotzdem hofft er auf die Weiterführung des Betriebes. Eine Entscheidung wird noch diesen Monat erwartet.