Eine ganze Gemeinde im Ausnahmezustand

Vorarlberg / 11.10.2015 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Käsdönnola gehört beim Kilbi-Besuch einfach dazu. Da ließ sich auch Suzana nicht bitten und langte gerne zu. Fotos: vn/philipp steurer
Eine Käsdönnola gehört beim Kilbi-Besuch einfach dazu. Da ließ sich auch Suzana nicht bitten und langte gerne zu. Fotos: vn/philipp steurer

Die Lustenauer Kilbi begeisterte einmal mehr Tausende von Besuchern.

lustenau. (VN-mm) Langsam setzt sich das Kettenkarussell in Bewegung, steigt höher, gewinnt an Fahrt, und dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes rund. Mit diesem Bild untrennbar verbunden ist eines: die Lustenauer Kilbi. Auch heuer lockte die Veranstaltung Tausende Besucher aus dem ganzen Land an, womit sie ihrem Attribut als größtes Volksfest im Land mehr als gerecht wurde. Die Marktgemeinde befand sich einen Sonntag lang im Ausnahmezustand.

Großes Gedränge

Wer mit dem Auto nach Lustenau anreiste, hatte größte Mühe, in unmittelbarer Nähe überhaupt noch einen Parkplatz zu ergattern. Ab Mittag war es schier unmöglich. Deshalb kamen viele zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Fahrrad. Das Gedränge in den mit Marktständen hüben und drüben gesäumten Straßen rund um den Blauen Platz war allerdings zum Teil geradezu beängstigend. Nicht selten kam die Menschenkolonne sogar zum Stillstand. „Mei, san do Lüt“, meinte eine Besucherin, während sie sich energisch durch die Menge kämpfte. Doch die meisten Kilbi-Besucher störte das Gewusel nicht. Im Gegenteil. „Was wär a Kilbi ohne Lüt?“, fragte sich ein Herr, ehe er herzhaft in eine Käsdönnola biss. Um die Frage zu beantworten: vermutlich wie ein Winter ohne Schnee.

Auf ihre Rechnung kamen aber alle, die den Weg in die größte Marktgemeinde Österreichs fanden. Über 160 Verkaufsstände boten Waren aller Art an. Dazu gab es einen großen Rummelplatz und jede Menge an kulinarischen Angeboten. Besonders gefragt war naturgemäß die Käsdonnola, das Traditionsgericht der Kilbi schlechthin. Wie eine Glocke lag der
Geschmack von Käse über dem Lustenauer Zentrum. Auch Schupfnudla und
Krutspätzle fanden dankbare, weil hungrige Abnehmer. Nicht zu vergessen Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und knusprig geröstete Maroni, deren Duft schon ein bisschen an den Advent gemahnte.

Begehrter Kilbi-Songgl

Vor allem für die kleinen Kilbi-Besucher ein unbedingtes Muss war der Kilbi-Songgl, ein Anstecker mit dem eigenen Konterfei darauf. Die Helfer am Songgl-Stand hatten mit dem Prägen der begehrten Pins jedenfalls alle Hände voll zu tun. Im kommenden Jahr feiert diese Idee übrigens ihr dreißigjähriges Bestehen. Natürlich durfte auch die musikalische Unterhaltung nicht fehlen. Die Wälder Formation „Zündstoff“ heizte den schon gut gelaunten Besuchern zusätzlich ein.

Die ersten von ihnen waren schon zur Stelle, als Bürgermeister Kurt Fischer den Fassanstich vornahm und die Kilbi damit offiziell eröffnete. Dann füllten sich die Straßen und Gassen schnell. Jung und Alt, Klein und Groß brachte die Lustenauer Kilbi auf die Beine. Auch das Wetter spielte anständig mit und hielt das Festvolk bis in die späten Abendstunden bei Laune.

Der Rummelplatz bot zahlreiche Attraktionen, wie etwa das große Kilbi-Windrad, das besonders die Kinder spannend fanden.
Der Rummelplatz bot zahlreiche Attraktionen, wie etwa das große Kilbi-Windrad, das besonders die Kinder spannend fanden.
Kinder und Erwachsene ließen sich gleichermaßen für eine Fahrt mit dem Autoscooter begeistern.
Kinder und Erwachsene ließen sich gleichermaßen für eine Fahrt mit dem Autoscooter begeistern.
Umfallen konnte bei diesem Gedränge wahrlich niemand.
Umfallen konnte bei diesem Gedränge wahrlich niemand.