Polizei startet „Aktion scharf“

Vorarlberg / 12.10.2015 • 22:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sieht ein Auto nach einer Frontalkollision bei 65 km/h aus. Foto: VN/Stiplovsek
So sieht ein Auto nach einer Frontalkollision bei 65 km/h aus. Foto: VN/Stiplovsek

In der Verkehrssicherheitswoche 2015 sollen Raser auf Vorarlbergs Straßen eingebremst werden. 

Bregenz. (VN-ger) 320 Mal am Tag, 13 Mal pro Stunde oder alle vier Minuten: Im Vorjahr schnappte die Radarfalle der Bundespolizei in Vorarlberg 117.300 Mal zu – 97.300 Lenker wurden wegen Geschwindigkeitsübertretungen angezeigt, 20.000 erhielten ein Organmandat. Hinzu kommen die Raser, die mit den Geräten der Gemeindesicherheitswachen geblitzt wurden. „Der Trend deutet darauf hin, dass sich der Wert heuer auf demselben Niveau einpendelt“, sagt Peter Rüscher, stellvertretender Kommandant der Verkehrsabteilung in der Landespolizeidirektion Vorarlberg.

Überhöhte und nichtangepasste Geschwindigkeit sind laut KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) nach wie vor die Unfallursache Nummer eins bei tödlichen Unfällen auf Österreichs Straßen. Alleine in Vorarlberg starben in den vergangenen zehn Jahren deshalb über 70 Menschen. „Die gesetzlich erlaubte Geschwindigkeit ist nicht immer die richtige“, sagt Brigitte Hutter, Leiterin der Verkehrsabteilung des Landes. „Durch die vielen Schilder, die aufgestellt sind, hat man es verlernt, auf die Verkehrs- und Witterungsverhältnisse Rücksicht zu nehmen.“ Auf die Konsequenzen des Rasens aufmerksam machen soll in den kommenden Tagen unter anderem ein Unfallwrack, das im Rahmen
der Verkehrssicherheitswoche 2015 durch Vorarlbergs Städte tourt. Das Auto, das aus 16 Metern Höhe von einem Kran abgeworfen wurde, demonstriert den Aufprall eines Autos mit 65 km/h.

„Bei einer Kollision eines Autos mit einem Fußgänger mit 50 km/h sterben vier von zehn Fußgängern, bei 60 km/h sterben sechs von zehn Fußgängern, ab 60 km/h gibt es so gut wie keine Überlebenschancen“, verdeutlicht Martin Pfanner vom KFV.

Verschärfte Kontrollen

Zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer führt die Vorarlberger Polizei seit Schulbeginn verstärkt Geschwindigkeitskontrollen im Umfeld von Schulen, Kindergärten, Schulwegen, Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen durch. In der Verkehrssicherheitswoche werden diese Kontrollen nochmals verschärft, kündigt Rüscher an. Den Polizisten stehen dafür insgesamt vier mobile Radarfahrzeuge, fünf Zivilstreifenfahrzeuge mit Videoaufnahmegerät, über 40 stationäre Radarstandorte und 49 Laserpistolen zur Verfügung. Darüber hinaus ist das KFV mit der Aktion „Tempo 30 vor Schulen“ am Start. In Vorarlberg haben sich bislang zwölf Schulen angemeldet. „Derzeit prüfen wir die Voraussetzungen“, ergänzt Pfanner.

Ein weiterer Schwerpunkt wird in der Woche der Verkehrssicherheit traditionell auf die Verkehrserziehung gelegt. Rund 40.000 Kinder nehmen daran jährlich in Vorarlberg teil. Zusätzlich werden die Schüler und Kindergärtler in rund 40 Aktio­nen auf die Herausforderungen im Straßenverkehr vorbereitet. „Die Kinder sollen Eigenverantwortung übernehmen“, erläutert Hutter den Grundsatz.

Heuer dürfte sich der Wert auf demselben Niveau einpendeln.

Peter Rüscher

Radar-Strafen

Innerorts:

» 5 bis 8 km/h 10 Euro

» 9 bis 11 km/h 15 Euro

» 12 bis 15 km/h 25 Euro

» ab 16 km/h Strafanzeige

Außerorts:

» 5 bis 10 km/h 10 Euro

» 11 bis 13 km/h 15 Euro

» 14 bis 17 km/h 25 Euro

» 18 bis 20 km/h 30 Euro

» 21 bis 25 km/h 35 Euro

» ab 26 km/h Strafanzeige